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Nahalat tsevi · 1930-11-01 · Heft 1 (November 1930) · p. Seite 23

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Journal
Nahalat tsevi
Volume
I (5691) 1930/31
Issue
Heft 1 (November 1930)
Date
1930-11-01
Page
Seite 23 (sequence 25)
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23 gegeben wäre. Mit der kindlichen Sehnfucht nach ficherer Geborgenheit ergreift fie in (über Innigkeit die Gottesrechte, um lieh von ihr durch die Rätselwelt des Lebens geleiten zu laffen. Das heibt der Gottesführung אמונה rückhaltlofes Vertrauen entgegenbringen. Dem verarmten jüdifchen Gedanken fchrumpft diefes Glutwort zum armfeligen ״Glauben“ zufammen. Dann aber wundere man fi<h nicht, wenn diefe wurzellofe Blume dem lofen Anhauch der erften Gaffenbuben zum Opfer fällt. ¥ * * ״Gottes ift die Erde und was fie füllt und auch die Menfchenwelt und ihre Bewohner״ (Pf. 24) - mit diefer grundlegenden Erkenntnis rechnet dein göttliches Lebensbuch, fie in dir zu wecken, führt es dich durch Natur und Gefchichte, dab fie mit ihren ewigen Rätfeln und Wundern deine Seele erfüllen, die fie erdrücken würden, wenn Gott nicht die unerträgliche Laft von ihr nähme: weil fie von Gott als Gotteswelt dir gedeutet wird, erfchliebt (ich dir einzige Lebensmöglichkeit, fällt unendliches Licht in die Nacht deines Lebens. — Hat (ich dir, weil vom Atem göttlichen Schöpfungswillens umweht, Natur in einen einzig groben ״heiligen Berg“ gewandelt, erahneft du, wo Menfchengefchlechter ihre dunklen Wege ziehen, Spuren göttlichen Willens, dann wird diefes Gottesbuch ruhig des Augenblickes harren dürfen, da du mit verzehrender Sehnfucht weitere Erkenntnis aus ihm zu fchlürfen begehrft. ״Wer darf erfteigen diefen Gottesberg, wer beftehen auf feiner heiligen Stätte?" Das ift die grobe Frage, die dann alsbald Antwort heifchend dich ganz erfüllt. Über Gottes Eigentum fchwebt für immer Gottes alleiniger Wille, und nur vermeffener Wahnwitz könnte (ich erkühnen, mit Nichtachtung diefes Willens in Gottes Welt (ich zu ergehen und an Gottes Gut (ich eigenwillig zu vergreifen. Und horchft du hin auf die reine, unverfälfehie Stimme deiner ihrer Gotieskindfchaft bewubten Seele, dann fagt dir dein, man nennt’s gemeiniglich fo, dein ״religiöfes Gefühl", dab fortan ״rein bleiben.müffen deine Hände, lauter dein Herz, nimmer dem Nichtigen nachjagen dürfe dein Leben, noch (ich hingeben dem Trügerifchen" (daf.) - Im felben Augenblick aber erfabt dich jüdifche Wahrheit mit wuchtigem Ernft und zerreibt den Nebelfchleier unheilvoller Selbfttäufchung: wer gibt dem Menfchen Gewibheit, dab feine Hände rein und fein Herz lauter in feinen Beftrebungen (ich erhalten und fein Leben nicht irügerifchem Schein und täufchender Lüge (ich vermähle und damit dem Gotteswillen für immer fich

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