Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 1921
- Issue
- Heft 11-12 (November 1921)
- Date
- 1921-11-01
- Page
- Seite 233 (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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- 233 — Feinde. (D. h. sucht Nahrung aus fremden Ländern herbeizuschaffen.) Sabbath iob. Niemals bevorzuge ein Vater ein Kind vor den übrigen, denn um des .Gewandes willen, das Jakob dem Joseph mehr schenkte als seinen Brüdern, und das nur wenige Scheckel Wert hatte, kam Israel nacih Ägypten. . , , * 1 1 i i ' Aus der Jugendgruppe des Iii Berlin, 1. Etwas vom Liberalismus. , Diese Zeilen sind gedacht als Ergänzung des in der Nr. 38 der liberalen Zeitung erschienenen Artikels über unsere „Innenarbeit". Uber den Inhalt möchte ich nur kurz vorausschicken, daß ich nicht zu den in allen Fragen des liberalen Judentums Sattelfesten gehöre. Ganz im Gegenteil will ich einmal eine Ansicht zum Ausdruck bringen, wie sie den Vorstellungen eines jungen Anfängers entspricht. In diesem Sinne bitte ich den geneigten Leser, das Folgende zu werten. Das Judentum, wie es von seinen Anhängern heute vertreten wird, kann nur in zwei verschiedenen Richtungen aufgefaßt werden. Die einen, die Orthodoxen, nehmen dias Gesetz hin, wie es unseren Vätern offenbart worden, und wie es später in Mischna und Talmud ausgebaut wurde. Sie befolgen es unbedingt und in jeder Hinsicht, Ritualgesetz wie ethisches Gesetz. Die andern, wir Liberalen, sehen den jüdischen Kern in der Ethik, passen jedoch das Ritual den jeweiligen Zeitbedürfnissen an. Die dritte Gruppe, wie leicht jemand einwerfen könnte, die Ziönisten, komimen für das Grundsätzliche dieser Fragen kaum in Betracht. Nehmten sie doch nicht Stellung zu dem „für" oder „wider" das Gesetz, sondern nur zu dem ,,wo"; d. h. sie versprechen sich von. der Zentralisation des jüdischen Geisteslebens in Zion einen größeren Erfolg, einen besseren Weg zum Ziele der Erreichung der Messiasidee, als durch die Diaspora, in der xias Judentum sozusagen Kleinarbeit verrichtet, indem die Juden allmählich den ethischen Ideengehalt ihres Glaubens auf ihre Mitmenscheil wirken lassen: Es wäre nun weit gefehlt, wollten wir Liberale auf Grund unserer Anschauung in eine Kampfstellung zur Orthodoxie kommen. x Bildet doch der orthodoxe Standpunkt nur eine überwundene JLtappe des unsrigen. Denn zweierlei Entwickelungen, so scheint es mir, haben die Juden seit der Entstehung des Christentums genommen. Die einen haben bei ihrem alten Väterglaube.n beharrt. Denn Gott hatte ja durch seine Propheten oft genug verkündet und durch Wunder bewiesen^ daß gar bald die Strafe folge, so'öft das Volk auch nur um Haares-