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Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands · 1921-11-01 · Heft 11-12 (November 1921) · p. Seite 232

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Journal
Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands
Volume
1921
Issue
Heft 11-12 (November 1921)
Date
1921-11-01
Page
Seite 232 (sequence 24)
Language
German
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— 232 — v gründer oder Uberlieferer aller geheimen Wissenschaften gemacht. Auch das Ende der Reihe der Urväter mit Noah, dem Helden der Sintflutgeschichte, stimmt mit dem Schluß der babylonischen Aufzählung überein, die den Namen dessen überliefert, der die große Flut in einem Schiff überlebt. Diese mannigfachen Ubereinstimmungen zeigen deutlich die Abhängigkeit des biblischen Berichts von der babylonischen Erzählung (Vergl. Heinrich Zimmern, Keilinschriften und Bibel, Berlin 1903, Reuther u. Reichardt, S. oif.). Wir wollen noch darauf hinweisen, daß in diesen Kapiteln der Bibel der Versuch gemacht wird, den Ursprung mehrerer wichtiger Beschäftigungen nachzuweisen, und außerdem einen Ausgleich zu schaffen zwischen der Zeitrechnung der Israeliten und Babylonier. Es ist wohl überflüssig zu bemerken, daß der in Kap. 5, V. 21 erwähnte Methusalah gewöhnlich Methusalem genannt wird. Welche Veranlassung der poetischen Rede des Lamech (Kap. 4) zugrunde liegt, ist nicht nachweisbar. Die ganze Forrn weist auf ein hohes Alter der Stelle hin. Aus dem Talmud B er ach III. In einer Diskussion über den Begriff der Dämmerung und der Mitternacht finden sich folgende Sätze: Unser Lehrer Mose wußte nicht genau, wann Mitternacht war, denn es heißt: „Gegen Mitternacht ziehe ich durch Ägypten." So verkündete Mose dem Volke die Anordnung Gottes. In der entsprechenden Anordnung aber heißt es „um Mitternacht ziehe ich durch das Land Ägypten." Daraus wird geschlossen, daß Mose den genauen Zeitpunkt der Mitternacht nicht gekannt habe. David aber hatte ein Kennzeichen für die Mitternacht, denn es sprach R. Acha b. Bizna im Namen R. Simon des Frommen : Über demi Bette Davids hing eine Harfe, um Mitternacht strich der Nordwind darüber hin/ daß sie ertönte. Dann erwachte der König, stand auf und studierte in der Lehre bis zum Aufsteigen der Morgenröte. Eines Tages traten um diese Zeit die Weisen Israels bei ihm ein und sprachen zu ihm: Unser König, dein Volk Israel verlangt nach Nahrung. (Der König sollte sich um die Staatsgeschäfte kümlmern und nicht um das Studium.) David sprach zu ihnen: gehet und ernährt euch, einer durch den andern. Die Weisen erwiderten ihm: Eine Handvoll Nahrung macht den Löwen nicht satt und eine Grube wird von dem Schutt: nicht voll, den man aus ihr gegraben hat. (D. h. ein kleines Volk wie Israel kann sich nicht durch sich selbst ernähren.) David erwiderte ihnen: Geht und kämpft gegen auswärtige

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