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Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands · 1921-11-01 · Heft 11-12 (November 1921) · p. Seite 228

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Journal
Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands
Volume
1921
Issue
Heft 11-12 (November 1921)
Date
1921-11-01
Page
Seite 228 (sequence 20)
Language
German
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Nochmals der Sabbath; Eine Anregung von Rabbiner Dr. Arthur Rosenthal - Berlin. - Wie die Welt zur Sonne strebt als der Entwicklerin atler Lebenskeime, sö blickt die jüdische Gemeinschaft zur „Prinzessin Sabbath" voll inniger Liebe empor, da sie der Grundstein unseres Religionsgebäudes ist. — Kein Wunder, daß besonders i mm er wieder unsere Jugend ihr Herz dem Sabbathideal zuwendet. Denn nur Hohes und Heiliges erweckt Begeisterung. Die Jugend übt nach altpädagogischer Erfahrung gerade in ihrer „Einfalt" meist die gesündeste Kritik an den Vorgängen der Geisteswelt. Für den Sabbath kämpft die Jugend, um ihren wahren Besitz ringt sie. Also muß der Sabbath in der Tat ein göttliches Wunderland.sein, das wir mit Ehrfurcht und Scheu betretensollen. Daß ich es mit meinem Liberalismus ernst und wahr nehme, beweist mein Aufsatz „Liberalismus" in der Aprilnummer dieser Blätter. Daher wird gerade die liberale jüdische Jugend meine Worte, die ich heute zu ihr rede, nicht von der Hand weisen. Es zeugt von ehrlichstem, unabweisbarem Willen zum Judentum, wenn man stets von Neuem liest, wie liebevoll mit Herz und Verstand die liberale Jugend an einer Lösung des Sabbathpro* blems zu arbeiten sucht. Ich muß sagen: wenn dieser religiöse Eifer so andauert, dann brauchen wir nicht um die Zukunft des Judentums zu bangen, dann werden einst Männer und. Frauen erstehen, die Führer und Führerinnen der jüdischen Gemeinden zu sein verdienen, wert, das Schiff des Judentums zu lenken. Und doch möchte ich es gern sehen, daß dieser Eifer sich nicht ins Nebelhafte verirre. Das wäre zu schade. Eine weise Einschränkung rate ich gerade bezüglich der Arbeit unserer liberalen Jugend im Dienste unseres Sabbaths an. Wir liberalen Rabbiner werden sicher gern mit der Jugend Hand in Hand gehen, uns den Sabbath in der uralten herkömmlichen Art zu erkämpfen. Ich will zum genauen Verständnis meines Vorschlages ein Erlebnis erzählen : An einem Sabbaith der letzten Monate besuchte ich einen Bekannten, der Fabrikbesitzer ist. Voller Freude berichtete er mir, daß seine -Fabrik jetzt allsabbathlich ruhe. Auf meinen erstaunten Blick, der ihm nicht entging, sagte er freudestrahlend: Es ist wirklich wahr! Ich rief meinen Betriebsrat zusammen, um über die Frage zu beraten, wie es wäre, wenn von nun an die Arbeit nicht nur am Sonntag, sondern auch am Sonn-

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