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Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands · 1921-11-01 · Heft 11-12 (November 1921) · p. Seite 224

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Journal
Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands
Volume
1921
Issue
Heft 11-12 (November 1921)
Date
1921-11-01
Page
Seite 224 (sequence 16)
Language
German
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— 224 — gewesen ist, auch wenn er zeitweise mit den Mitteln der rohen Gewalt ausgefochten werden mußte. Es ist das erste Mal in der Geschichte, daß religiöser Gewissenszwang versucht und abgewehrt worden ist, und es ist kein Zufall, daß der Versuch gerade dem Judentum gegenüber gemacht worden ist. Für das polytheistische Heidentum bedeutete die befohlene Verehrung der Reichsgötter keinen Eingriff in die religiöse Gewissensfreiheit. Für den Monotheismus des Judentums konnte es kein Kompromiß geben, er war in seiner Wurzel getroffen. Das Große an der Tat der Hasmonäer bestand darin, daß an Stelle des Duldens die befreiende, erlösende Tat gesetzt wurde. Aber daß es möglich war, die Massen zu solcher Tat zu begeistern, und daß die Bewegung von diesem unwiderstehlichen Elan getragen war, das ist das Ergebnis der von Esra begonnenen und seitdem immer intensiver betriebenen geistigen Durchdringung des Volkes. Die Juden der Hasmonäerzeit wußten, wofür sie litten und wofür sie kämpften, ihnen war die Lehre des Judentums geistiges Eigentum und darum Herzenssache. Die hellenistische Kultur, deren hohe Bedeutung für die ganze Folgezeit niemand bestreiten kann, stand in einem wesentlichen Punkte der damaligen jüdischen Kultur in weitem Abstand nach. Sie war eine Kultur der Oberschicht, während das Judentum von Anfang an mit Erfolg danach gestrebt hat, alle Kreise des Volkes geistig zu erfassen. Das aber ist eine der Lehren der Hasmonäerzeit, daß der Bestand des Judentums und seine sieghafte Kraft in der geistigen Durchdringung aller seiner Bekenner beruht. Diese geistige Durchdringung hat in dem ungeheuerlichen Druck der Jahrhunderte unseren Vorfahren die Widerstandskraft gegeben und läßt das Leiden nicht als passives Duldeji, sondern als schöpferische Tat erscheinen. Das' ist in unserer Zeit die wichtigste Aufgabe, daß uns das Judentum nicht ein inhaltloses Wort, ein leerer Begriff ist, sondern daß, aus dem Wissen geboren, das Verständnis für das Judentum und die Begeisterung für seine Lehre, seine Geschichte und seine Aufgabe uns lebendig ist. Das gilt besonders für unsere Jugend, und gerade die liberale Jugend muß mit doppeltem Ernst an diese Aufgabe herangehen. Kenntnis des Judentums wappnet uns in dem schweren Kampf, den wir jetzt zu führen haben. Sie wird uns diesen Kampf siegreich bestehen und bessere Zeiten heraufführen lassen. Moderne Rechtsprobleme im israelitischen Recht- Dic Todesstrafe. Bekanntlich ist es eine der strittigsten Fragen unserer Rechtspolitik, ob und inwieweit die Todesstrafe beizubehalten

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