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Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands · 1921-11-01 · Heft 11-12 (November 1921) · p. Seite 223

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Journal
Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands
Volume
1921
Issue
Heft 11-12 (November 1921)
Date
1921-11-01
Page
Seite 223 (sequence 15)
Language
German
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Als Jude glaube ich nicht nur an Gott, sondern auch den Glauben selbst, an seine Kraft und seine Größe. Der Religiöse weiß nichts von einer rage du norcifore und will darum von Kompromissen im Interesse des Zusammenhaltens der Judenheit nichts wissen. Ein Minjan wirklich Gläubiger ist besser als eine Million von Anhängern, die .sich Juden nennen, und zu ganz unjüdischen Glaubenssystemen schwören. Aber der jüdische Glaube siegt! Vor dreißig Jahren herrschten Rationalismus, Skepsis und Unglaube auf der ganzen Linie. Heute haben sich die Zeiten geändert. Tausende von relativen Juden sind wieder gläubig geworden. Meist handelt es sich freilich dabei um Nationaljuden, die den Weg zur Orthodoxie fanden, aber auch im Liberalismus regt es sich, und den Weg, der zum alten Judengotte führt, haben schon viele, viele betreten. Mögen sie ihr Ziel erreichen; bald, in unseren Tagen! Rabbiner Dr. Felix Goldmann - Leipzig. Zum Chanukkafest. Von Rabbiner Dr. Vogelstein - Breslau. ,,Man kann das Unsichtbare nicht besiegen. Man kann Menschen töten, aber nicht' den Gott, der in ihnen lebt. Man kann ein Volk bezwingen, doch nie seinen Geist." Wenn irgendwo in der Geschichte, wird in der jüdischen Geschichte die Wahrheit dieses Gedankens erwiesen, den in anderer Form schon vor Jahrtausenden der Prophet ausgesprochen hat: ,,Nicht durch Macht und nicht durch Gewalt, sondern durch Meinen Geist, spricht der Ewige der Heerscharen." Es ist das Kernwort des Prophetenabschnitts am Chanukkasabbath, und es gibt dem Gedanken des Festes den prägnantesten Ausdruck. Darum ist aber auch gerade das Licht das rechte Symbol dieses Festes. Wir feiern Chanukka nicht als Siegesfest. So glänzend Juda Makkabis und seiner Getreuen kriegerische Leistungen gewesen sind, und so sehr wir mit durchaus berechtigtem Stolze darauf hinweisen dürfen, daß auch auf diesem Gebiete die Juden achtunggebietende Leistungen aufzuweisen haben, so widersinnig wäre es, wollten wir heute militärische Siege feiern, die vor Jahrtausenden erfochten worden sind. Der Weltkrieg und das Elend, das er über die ganze Menschheit gebracht hat, muß allmählich auch die Widerstrebenden belehren, daß mit Gewalt und mit Mordwaffen das Glück und die Wohlfahrt der Völker, die Kultur der Menschheit nicht gefördert wird. Was dem hasmonäischen Aufstand ein besonderes Gepräge gibt, ist die Tatsache, daß es ein geistiger Kampf

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