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Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands · 1921-10-01 · Heft 10 (Oktober 1921) · p. Seite 200

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Journal
Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands
Volume
1921
Issue
Heft 10 (Oktober 1921)
Date
1921-10-01
Page
Seite 200 (sequence 12)
Language
German
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— 200 — derung des Zionismius. — Alle Ostjuden sind Zionisten, und die Führer erwarten mit Recht von einer größeren ungestörten Niederlassung der Ostjuden in Deutschland die Eroberung der Gemeindeschulen und die Gründung jüdischer Volksgemeinden. Deshalb traten sie schon auf dem letzten deutschjüdischen Gemeindetage, der die Satzungen der Gesamtorganisation zu beraten hatte, mit allem Eifer für das Wahlrecht der Ostjuden ein, wenn sie auch nur kurze Zeit in den Gemeinden ansässig sind. Deshalb suchen sie für die sogenannten Fortbildungsschulen der jungen Ostjuden mit großer Sorgfalt nur Gesinnungsgenossen aus, wenn sie es auch vorsichtig vermeiden, bei der Ausschreibung solcher Vakanzen diese Forderung aufzustellen und bei Ablehnungen den eigentlichen Grund zu nennen. Ein weiterer Beweis ist der Umstand, daß der verstorbene Leiter der jüdischen Arbeiterfürsorge, Kaufmann, die Bewerbung eines bekannten Antizionisten um eine Stelle als Bürobeamter ablehnte, ja sogar auf seine freiwillige Mitarbeit verzichtete. Daß auch die Agitation für die jüdische Volksschule seitens der Zionisten nicht allein aus religiösen oder Gründen der Abwehr geschieht, stellen wir gleichfalls unter Beweis, i. Zu dem oben angeführten Verhalten der Zionisten zu dieser Frage, das den schärfsten Gegensatz von Theorie und Praxis aufweist, stellen wir noch Folgendes fest: Bei den zwei bisher in Berlin gegründeten jüdischen Volksschulen finden weder liberale, noch antizionistische Lehrer Anstellung, zum mindesten müssen es orthodoxe Lehrer sein. 2. Auch jüdische Mittelschulen, Realschulen, Lyzeen und Gymnasien verlangen die Zionisten. Sie wissen wohl, daß sie — ebenso wie bei den von ihnen gegründeten Schulen, auch die jüdische Volksschule ist hiervon nicht ausgenommen, unge- - stört Lehrer und Schüler für ihre Bestrebungen einfangen können. 3. Die Forderung eines ausgiebigen hebräischen Unterrichtes mit dem Endziel der hebräischen Unterrichtssprache in den jüdischen Schulen, die Gründung jüdischer Kindergärten, was ist das anderes, als die Werbung der Jugend, selbst der jüngsten, für die zionistischen Bestrebungen? Gerade jetzt, wo leider ein Teil der jüdischen Lehrerschaft für jüdische Volksschulen — freilich aus anderen Gründen — eintritt, ist es notwendige auf die Gefahr, die aus dem zionistischen Lager droht, ernstlich hinzuweisen. Ja, es ist der zionistischen Agitation in dieser Frage schon gelungen, selbst liberale jüdische Zeitungen zu veranlassen, für jüdische Volksschulen einzutreten, andere mindestens neutral zu bleiben. So war es dem Schreiber dieses nicht möglich, bei drei liberal-jüdischen Zeitungen einen Artikel fürdie durch Reichs-

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