Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 1921
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1921)
- Date
- 1921-10-01
- Page
- Seite 198 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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— 198 — eigentlich nichtzionistischen/ Förderer des Keren hajossed sich auch mit aller Entschiedenheit gegen den Verdacht zionistischer Gesinnung verwahren, so besteht dennoch die Gefahr, daß sie die zionistischen Ziele — wenn auch unfreiwillig —rfördern, wenigstens sollte ihnen doch der 20 Prozent-Abzug von den Beiträgen zum Keren hajossed für die zionistische Propaganda, ^in Beiträg, der schamhaft unter dem Titel „Beitrag für den Nationalfond" gebucht werden soll, zu denken geben. Gerade die energische Verwahrung der beitragenden Nichtzionisten gegen den oben angedeuteten Verdacht bestätigt die Befürchtung, daß sie doch einmal ins zionistische Schlepptau genommen werden. b) Wir sind bei der Erörterung, dieses Punktes schon bei dem zweiten Grunde für die großen Erfolge des Weltkongresses angelangt, das ist die zionistische vortreffliche Taktik. Die Vorbereitungen zu dem Kongresse: Wahlen der Delegierten, Wahl des Kongreßortes und des Termines, die Aufbringung der Kosten, die Wahl der Versammlungsleiter, die Aufstellung der Tagesordnung, die Gruppenversammlungen, die Unterbringung der Delegierten, die Auswahl der Berichterstatter, die Leitung der Debatten, die Abstimmung im Sinne der Führer, die Teilnahme staatlicher Vertreter, vor allem aber die Pressestelle — Z. P. —*, welche an die größten politischen, nicht nur an die jüdischen Zeitungen aller Richtungen vor, während und nach dem Kongresse im Sinne der Exekutive abgefaßte, fast tägliche Berichte sandte, in welchen immer wieder behauptet wurde, daß der größte Teil der deutschen, aber auch der außerdeutschen Juden auf Seiten des Zionismus steht, wobei freilich verschwiegen wurde, daß beispielsweise die Amerikaner feierlich sich von der Förderung jüdisch-völkischer Bestrebungen losgesagt hatten, waren vortrefflich vorbereitet. Das Zentral- Presse-Büro der Zionisten hat es schon seit einiger Zeit fertig gebracht, in einer bisher entschieden liberalen jüdischen Zeitung, deren jetziger Leiter Z ionist ist, einen bestimmten Teil für Nachrichten „Aus und über Palästina'' zu reservieren. Das Z. P. hat ferner in einer anderen sogenannten „unparteiischen" jüdischen Zeitung Artikel über ihre Bestrebungen zu lancieren verstanden, während scharfe Entgegnungen gerade unter Berufung auf ihre Unparteilichkeit, von der Leitung der Zeitung abgelehnt wurden und nur zahme Widerlegungen Aufnahme finden. Eine dritte liberale Zeitung erscheint bisher leider in so beschränktem Umfange, daß eine gründliche Widerlegung des Zionismus nicht möglich ist. c) Neben den ausgezeichneten führenden Taktikern haben die Parteigenossen ohne Ausnahme — Gelehrte, Gewerbetreibende, Studenten nud Studentinnen, Schüler und