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Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands · 1921-08-01 · Heft 8 (August 1921) · p. Seite 155

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Journal
Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands
Volume
1921
Issue
Heft 8 (August 1921)
Date
1921-08-01
Page
Seite 155 (sequence 11)
Language
German
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— 155 — sen. Sie erwarten von einer solchen Zusammenarbeit eine Förderung der von beiden Organisationen geleisteten sich eng beführenden Fürsorgetätigkeit." Nach kurzen zustimmenden Erklärungen des Herrn San.- Rat Dr. Goldschmidt (Großloge für Deutschland) wurden die vorstehenden Entschließungen einhellig von sämtlichen Vertretern der großen jüdischen Organisationen angenommen. Es darf mit Bestimmtheit erwartet werden, daß diese Erklärung über die Notwendigkeit des Ostjudenhilfswerks, die die prominentesten Vertreter der deutschen Judenheit öffentlich abgegeben haben^ .den Erfolg haben wird, daß auch in Deutschland die erforderlichen Summen zur Bewältigung der Aufgabe aufgebracht werden. Aus Bibel und Schrifttum. Unsere Bibel enthält die Trümmer und Überreste der hebräischen Literatur, die, wie unsere Auseinandersetzungen gezeigt haben, ungefähr im Laufe eines Jahrtausends entstanden sind. Aber außer diesen Trümmern hat es sicher noch eine große Menge von Schriften gegeben, die uns aber ganz und gar verloren gegangen sind. Die Ursache dafür ist in der Hauptsache wohl der Umstand, daß unsere Bibel von Priestern in Jerusalem redigiert worden ist, oder wenigstens von solchen Leuten, die in der Gedankenrichtung dieser Priester lebten. Infolgedessen wurde alles ausgemerzt, was sich nicht mit den Anschauungen dieser Männer vertrug, und diese Ausmerzung war so gründlich, daß nichts mehr von den Schriften auf uns gekommen ist, soweit sie nicht in die Bibel aufgenommen worden sind. Man kann diesen Vorgang vergleichen mit der Vernichtung der alten deutschen Literatur zur Zeit Ludwigs des Frommen, die ja auch so gründlich gewesen ist, daß nur noch geringfügige Spuren durch Zufälligkeiten auf uns gekommen sind. Ein geringer Teil der außerbiblischen jüdischen Literatur ist aber doch gerettet worden. Während nämlich die in die Bibel aufgenommenen Schriften durch den ständigen Gebrauch in der Synagoge immer weiter überliefert worden sind, sind die anderen Schriften, die nicht in der Synagoge gebraucht wurden, verloren gegangen. Man nannte diese nicht im Gottesdienste gebrauchten Schriften „verborgene Schrif-, ten", griechisch Apokryphen. Von diesen ist durch die christliche Kirche ein Teil auf uns gekommen, wenn auch nur in griechischer Sprache. Die hebräischen Originale (die meisten dieser Schriften waren wohl ursprünglich hebräisch) sind uns verloren gegangen. Von einer dieser Schriften, den

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