Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 1921
- Issue
- Heft 8 (August 1921)
- Date
- 1921-08-01
- Page
- Seite 154 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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— 154 - Herr Dr. Haase verwies auf die großen Leistungen des Arbeiterfürsorgeamtes. -Er erwähnte insbesondere die außerordentliche Hilfe in der gesamten Flüchtlingsfürsorge durch die Bereitstellung von Wohngelegenheiten durch das Arbeiterfürsorgeamt. Er machte kurz darauf aufmerksam, daß in 5 Monaten bereits über 50 000 Personen in der großen Herberge in der Wiesenstraße, Berlin, Unterkunft gefunden hätten. Die Resolutionen hatten folgenden Wortlaut: „Die am 6. Juni 1921 versammelten Vorstände und Vertreter der jüdischen Organisationen Deutschlands und . der jüdischen Gemeinde, Berlin, haben von den Berichten Kenntnis genommen, die ihnen über das Hilfswerk des Arbeiterfürsorgeamtes für die ostjüdischen Flüchtlinge erstattet worden sind. Sie halten den Weiterbestand einer geregelten Flüchtlingsfürsorge in Deutschland und die Weiterführung der vom Arbeiterfürsorgeamt geleisteten Hilfstätigkeit für unbedingt erforderlich. Das Interesse der deutschen Judenheit verlangt eine Selbsthilfe der jüdischen Gemeinden und Organisationen zur Bewältigung der durch das Ostjudenproblem in Deutschland entstandenen Aufgaben. Das Arbeiterfürsorgeamt, das von den jüdischen Organisationen Deutschlands geschaffen worden ist, benötigt und verdient zur Durchführung seiner Aufgabe die finanzielle und moralische Unterstützung der gesamten deutschen Judenheit, zumal die Weitergewährung der zur Aufrechterhaltung des Hilfswerks unerläßlichen amerikanischen Subventionen eine stärkere Beteiligung der deutschen Judenheit unbedingt zur Voraussetzung hat. Die jüdischen Gemeinden Deutschlands, die von jeher die hauptsächlichsten Träger der jüdischen Wohlfahrtspflege ge- ' wesen sind, werden sich auch fernerhin — unterstützt von der Mitarbeit aller Organisationen — der Fürsorge für die Ostjuden in Deutschland nicht entziehen dürfen. Die Versammlung der Vorstände und Vertreter der großen jüdischen Organisationen richtet an die Berliner jüdische Gemeinde, als die größte Deutschlands, das Ersuchen, die Führung einer Aktion zu übernehmen, deren Ziel es ist, ein Verpflichtung der deutschen jüdischen Gemeinden zu bestimmten Beiträgen für das vom Arbeiterfürsorgeamt geleistete große Werk der Ostjudenhilfe in Deutschland herbeizuführen." „Die Vorstände und Vertreter der großen jüdischen Organisationen Deutschlands und der Jüdischen Gemeinde, Berlin, begrüßen es, daß die Zentralstelle für Wanderarmenfürsorge bei ihrer letzten Tagung erneut den Beschluß gefaßt hat, ihre Aufgaben in gemeinschaftlicher freundschaftlicher Zusammenarbeit mit dem Arbeiterfürsorgeamt zu lö-