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Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands · 1921-08-01 · Heft 8 (August 1921) · p. Seite 153

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Journal
Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands
Volume
1921
Issue
Heft 8 (August 1921)
Date
1921-08-01
Page
Seite 153 (sequence 9)
Language
German
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- 153 — die nach dem Gesagten sowohl vom deutschen als vom jüdischen Interesse aus gesehene törichte Stellung jener geringen Teile des deutschen Judentums, die sich um Dr. Naumann gruppieren. Er forderte zum Schluß die Anwesenden auf, die. Aufrechterhaltung des vom Arbeiter fürsorgeamt geleisteten Werkes im eigenen Interesse, wie im Interesse der ostjüdischen Flüchtlinge, wie im deutschen Interesse mit allen Kräften zu unterstützen. Er machte darauf aufmerksam, daß die Amerikaner, die Millionen für das Hilfswerk zur Entlastung der deutschen Judenheit gegeben haben, eine weitere Unterstützung abhängig machen von der stärkeren finanziellen Beteiligung auch der deutschen Juden. Die Sekretäre des Arbeiterfürsorgeamtes, Dr. Senator und Herr B e r g e r gaben in kurzen sachlichen Ausführungen bemerkenswertes Material über Umfang und Art des Hilfswerks für die Ostjuden in Deutschland, die Entwicklung der Ein- und Auswanderung und der ganzen Frage in den letzten Jahren. Sie berichteten ferner über die guten Erfahrungen, die man mit jüdischen Arbeitern gemacht habe und die Stellung, die die deutschen Gewerkschaften den jüdischen Arbeitern und der ganzen Frage gegenüber einnehmen. Sodann ergriff das Wort Herr Dr. Berthold H a a s e (Centraiverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens), um zugleich im Namen des Arbeiterfürsorgeamtes die unten abgedruckten Resolutionen einzubringen. Die deutschen Juden, so führte er aus, haben ein lebhaftes und dringendes Interesse daran, die Arbeit des Arbeiterfürsorgeamtes aufrecht zu erhalten. Hier ist positive praktische Arbeit, fruchtbarer Kampf gegen den Antisemitismus geleistet worden. Hier ist tausenden unserer Glaubensgenossen wirklich produktiv geholfen worden. Dieses Werk muß unter allen Umständen weiter aufrecht erhalten werden. Die jüdischen Gemeinden Deutschlands sind es in erster Linie, die dazu beitragen müssen, das von allen Organisationen gemeinsam geleistete Werk weiter zu führen, und die Berliner jüdische Gemeinde, die bisher schon in großzügiger Weise das Hilfswerk für die Oistjuden unterstützt habe, sei besonders dazu berufen, sich an die Spitze der jüdischen Gemeinden Deutschlands zu stellen, um in Gemeinschaft mit den übrigen Gemeinden die Arbeit des Arbeiterfürsorgeamtes durch ihre moralische und finanzielle Unterstützung zu sichern. Die Arbeit soll, wie bisher, weiter im Zusammenhang und in enger Fühlungnahme mit allen im Hilfswerk besonders beteiligten Organisationen, insbesondere dem Hilfsverein der deutschen Juden und der Zentralstelle für jüdische Wanderarmenfürsorge geleistet werden.

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