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Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands · 1921-08-01 · Heft 8 (August 1921) · p. Seite 149

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Journal
Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands
Volume
1921
Issue
Heft 8 (August 1921)
Date
1921-08-01
Page
Seite 149 (sequence 5)
Language
German
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— 149 — durch die jeweils Mächtigen in ihrer Existenz, ihrer Freiheit und ihrem Rechte gefährdet sind, also auch im besonderen Interesse unseres eigenen Volkes. 6. Unser Ziel ist nur erreichbar, wenn sich mit dem Willen christlicher Völker und Gruppen die Kräfte des religiösen Gewissens in den Hunderten von Millionen der außerchristlichen Kreise des Ostens verbinden. Wir anerkennen, daß diese vorhanden sind und laden sie vertrauensvoll zu gemeinschaftlicher Arbeit. "Nicht um unsere religiösen Unterschiede zu verwischen, nicht um die notwendige Auseinandersetzung der Religionen zu vermindern. Wir wissen, daß diese notwendig ist und vermutlich in Bälde eher schärfer als milder werden wird. Auch in der Religion lehnen wir den Kosmopolitismus auf das entschiedenste ab und wahren unsere eigene Religion und ihre Ansprüche, wie wir den anderen einräumen, die ihrigen zu vertreten wie sie es vermögen. Und wie wir die Behauptung und Verbreitung unserer eigenen Religion zu unseren heiligsten Aufgaben rechnen und üns nicht daran hindern lassen können, so rechnen wir mit dem gleichen Streben bei den andern. Aber im Streite,, den sie von ihrem Standpunkte aus für so unvermeidlich halten müssen, wie wir es selber tun und tun werden, ist es doch möglich, zu Arbeiten sich zu vereinen an den großen Aufgaben humaner Ethik und den Ideen des Rechtes und der Gerechtigkeit, die auch sie sich mühen in die Herzen der Menschen zu pflanzen. 7. Unsere Hoffnung ist, wie schon gesagt, einmal die großen religiösen Organisationen selbst für uns zu gewinnen. Inzwischen aber sammeln wir zunächst die „Menschen guten Willens" in allen Kreisen und Gemeinschaften als Einzelne und bitten sie, herzuzukommen. 8. Wir sind überzeugt, daß sittlicher Wille am stärksten ist, wo. er wurzelt in bewußter Religion. Aber unsere Reihen sollen auch offen sein einem jeden, der überhaupt mit Ernst und Leidenschaft an Gerechtigkeit und sittliches Ideal glaubt, auch Wenn er sich nicht auf den Boden einer der bestehenden religiösen Gemeinschaften glaubt stellen zu können. Unser Bund ist erfreulich im Wachsen. Er bereitet sich vor, demnächst an die Öffentlichkeit zu treten. Wer helfen will, melde sich bei dem Schriftwart, Dr. Frick, Darmstadt, Schießhausstfaße 131. „Auf drei Stützen ruht die Welt: auf Wahrheit, Recht und Frieden". Diese Forderung die unsere Weisen im'Sinne der Propheten ausgesprochen haben, der Gedanke, daß wir uns selbst die messianische Zeit erkämpfen müssen, sind grundlegend in diesem Aufruf. Wir Juden wissen daher, daß auch wir innerhalb dieses Bundes .unseren Platz haben. Auch

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