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Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands · 1921-08-01 · Heft 8 (August 1921) · p. Seite 148

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Journal
Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands
Volume
1921
Issue
Heft 8 (August 1921)
Date
1921-08-01
Page
Seite 148 (sequence 4)
Language
German
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-148 — 3. Durch i, und 2. ein moralisches Forum, herzustellen, das mit den Mitteln sittlichen Eindruckes auf die öffentliche Meinung der Welt und auf das Handeln der politischen Machthaber einzuwirken versucht. Unsere Vereinigung hat als vorläufigen Geschäftsführer den Professor der Theologie Rudolf Otto, Marburg, Hainweg 6; als vorläufigen Schriftwart den Privatdozenten für Religionswissenschaft Dr. Frick, Darmst'adt, Schießhausstraße 131. Sobald wir eine genügende Anzahl von Teilnehmern haben, wollen wir uns Verfassung, Führer und Satzung wählen. Inzwischen laden wir zum Beitritte, zur Werbung, zu Spenden und zur Zahlung von Jahres-Mitgliederbeiträgen von 5 Mk. für den einzelnen und von 20 Mk. für Gruppen ein. Anmeldungen, Anfragen und Zahlungen richte man an Herrn Df. Frick. Zur näheren Bezeichnung unserer Absichten und zur Verhütung von Mißverständnissen noch kurz folgendes: 1. Der Plan geht aus von ein paar ,Jesuanischen Radikalisten". Sie wissen, daß sie ihresgleichen haben in allen Parteien, vom äußersten rechten Flügel bis zum äußersten linken, und fordern sie zur Mitwirkung auf. 2. Sie sind entschlossene Nationalisten, glauben an den gottgewollten Charakter ihres eigenen und jeden Volkstumes, lehnen jeden Kosmopolitismus' als Unnatur und gottwidrig ab und rechnen gerade auf die Volksbewußten im eigenen und in allen anderen Völkern. 3. Nicht „Friede um jeden Preis" oder ,,Versöhnung um jeden Preis", sondern „Recht und Gerechtigkeit um jeden Preis" im Verhältnisse der Völker, der Volksschichten und. der einzelnen untereinander sollte der leitende Gedanke sein. Dazu der Kampf gegen jede Art von Geschichtsmaterialismus, der das Geschehen den dunklen Gewalten eines Naturfa« tums, der angeblichen Unbeugsamkeit blinder sozialer Gesetze ausliefert. Und der entschlossene Glaube an Freiheit und an Überwindung der Naturgewalten durch gemeinschaftliches Gewissen, durch Einsicht und bewußte Zielsetzung, durch die Kraft verbundener guter Willen im Bunde mit den Mächten des Ewigen. 4. Die Anteilnahme am R. M. B. verpflichtet weder für noch wider den „Völkerbund". Sie ruht aber auf der tiefen Uberzeugung, daß ein echter Völkerbund nur möglich ist, wenn hinter ihm geweckter sittlicher Enthusiasmus steht und wenn er kontrolliert wird nicht vom Interesse der jeweils Mächtigen, sondern vom Gewissen der Welt. 5. Der R. M. B. liegt also' im Interesse aller Gewissenhaften in aller Welt. Er liegt im besonderen Interesse derjenigen Völker, Schichten und Minderheiten, die

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