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Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands · 1921-08-01 · Heft 8 (August 1921) · p. Seite 147

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Journal
Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands
Volume
1921
Issue
Heft 8 (August 1921)
Date
1921-08-01
Page
Seite 147 (sequence 3)
Language
German
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— 147 — Das ist die Religion mit ihren Organisationen, ihrer Er* ziehung, ihrer Verkündigung, ihren berufenen Trägern und Führern. Das gilt für das Gebiet der christlichen Menschheit. Aber das gilt in vielleicht noch höherem Maße für die Gebiete der außerchristlichen M'enschheit: Für die ungeheuren Gebiete der islamischen Welt, für die unzähligen Millionen der Stämme und Völker Indiens, für die ebensovielen Millionen der Buddhaisten und Konfuzianer Chinas und Japans. Gelänge es, die Organisationen, die „Kirchen" der großen Kulturreligionen und ihre führenden Männer zu gewinnen für die großen Gemeinschaftsaufgaben der Menschheit, für den Rechtsgedanken und seine Herrschaft über das Leben der Völker, der Klassen, der Rassen, der Geschlechter, für Zusammenwirken an Stelle von Befehdung, für Plan und Einordnung an Stelle von Zufall und Willkür, für allgemeine Zweckmäßigkeit an Stelle des Interesses der gerade Herrschenden, für planmäßige Gestaltung der Geschicke an Stelle blinden Natur- und Schicksallaufes, so würde der geistige Nährboden geschaffen in allgemeiner Überzeugung und verbundener Meinung, aus dem dann dauernde Formen über* staatlicher Satzung und kraftvolle Organisationen der Völker und Schichten untereinander erwachsen könnten. Aus dieser Erkenntnis heraus hat sich eine Vereinigung gebildet „für einen religiösen Menschheitsbund" (R. M. B.). Dieser R. M. B. soll, so hoffen wir, nicht bloß einzelne Religiöse, sondern die großen Organisationen der verschiedenen Kulturreligionen und' möglichst ihre berufenen "Vertreter und Führer verbinden. Nicht um die Religionen selber zu vermischen oder in eine Esperantoreligion aufzulösen, was ein sinnloses und höchst kulturwidriges Unterfangen wäre. Sondern um folgende Aufgaben zu lösen: 1. In Gestalt eines religiös-ethischen „Parlamentes", d. h. in regelmäßigen Zusammenkünften berufener Vertreter vor der Öffentlichkeit der ganzen Welt die großen und brennenden Fragen gemeinsamer sittlicher Menschheitskultur, die Forderungen der Gerechtigkeit zwischen Völkern und Klassen, und die Ziele genossenschaftlichen Zusammenwirkens der Völker, Schichten und Klassen an Stelle des Widerstreites und der Sonderinteressen auf Kosten der anderen zu vertreten und zu behandeln. 2. Diese Ideen und Ziele innerhalb der eigenen Gemeinschaft durch Predigt und Erziehung immer mehr zu verbreiten und in dieser Hinsicht eine gemeinsame öffentliche Meinung und ein allgemeinverbreitetes Verantwortungsgefühl zu schaffen.

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