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Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands · 1921-07-01 · Heft 7 (Juli 1921) · p. Seite 138

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Journal
Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands
Volume
1921
Issue
Heft 7 (Juli 1921)
Date
1921-07-01
Page
Seite 138 (sequence 14)
Language
German
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- 138 — Text entstand: Über diesen wurde genau in besonderen Schriften bericlitet mid alles festgelegt, was eine Änderung des Textes verhindern konnte. Durch diese Berücksichtig gung der Überlieferung entstand der für uns heute maßgebende „überlieferte Text", den mäh „maßoretischen Text" nennt. (Maßora-Überlieferung). Nach der Erfindung der Buchdruckerkunst sind ebenfalls nur Verschwindend wenige und ganz geringfügige Verschiedenheiten in der Überliefe* rung des Textes festzustellen* Wer sich für diee Dinge ge* nauer interessiert, der sehe sich einmal das Bibelwerk von Behr und Delitzsch oder das von Günzburg an. Wir können also mit einiger Sicherheit sagen, daß der Wortlaut der Bibel, so wie wir ihn jetzt haben, schon seit mehr als iooo Jahren derselbe ist, wahrscheinlich sogar schon seit mehr als 2000 Jahren. Ob er aber dem ursprünglichen, vom Verfasser niedergeschriebenen entspricht, ist an manchen Stellen unwahrscheinlich, an vielen nicht mehr festzustellen. Es ist aber immerhin daran festzuhalten, daß wirkliehe Änderungen am Text der Bibel doch wohl nicht wesentlicher Natur gewesen sind. Eine andere Frage, die im Anschluß an die Entstehungsgeschichte der Bibel zu behandeln ist, ist die Frage der Übersetzung. Eine solche ist schon sehr frühzeitig notwendig geworden, da die Juden schon bei der Rückkehr aus der babylonischen Gefangenschaft nicht mehr rein hebräisch sprachen. So entstanden verschiedene Übersetzungen resp. Übertragungen in die Volkssprache der Juden, in das Aramäische. Man nennt diese gewöhnlich „Atargum", sie sind für den gottesdienstlichen Gebrauch von größte^ Bedeutung geworden, da sie Jahrhunderte lang dem Volke die Kenntnis der Bibel vermittelte. Als die Juden von der helenistischen Kultur überwunden wurden, bezw. diese sich mit der jüdischen verband, trat die Notwendigkeit einer Übersetzung ins griechische klar zutage. Die uns erhaltene „Septuaginta" ist die klassische, griechische Ubersetzung der Bibel. Ihre Bedeutung zeigt sich schon daran, daß um ihre "Entstehung eine Legende entstand, daß sie nämlich auf Veranlassung eines ägyptischen Königs durch 70 Gelehrte verfaßt sei. Vielleicht bedeutet der Name „Übersetzung-der 70" nichts anderes als eine Beziehung auf die Anschauung der Juden, daß es 7° außerjüdische Völker und Sprachen gäbe, so daß die Septuaginta also die Übersetzung für die Nichtjuden sein sollte. Diese Übersetzung bildet wegen ihres hohen Alters eine wichtige Quelle für die Erkenntnis des ursprünglichen he* bräischen Textes. Aber man darf natürlich nicht in den Fehler christlicher Bibelkritiker verfallen, die die griechische

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