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Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands · 1921-06-01 · Heft 6 (Juni 1921) · p. Seite 118

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Journal
Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands
Volume
1921
Issue
Heft 6 (Juni 1921)
Date
1921-06-01
Page
Seite 118 (sequence 14)
Language
German
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— 118 — Und nun ein Wort zur Propaganda, die uns auch bitter not tut. Wer von uns hat es für notwendig erachtet, aufmerksam unsere Mitteilungen zu lesen, über die Artikel mit anderen Freunden zu sprechen, diese Blätter weiterzugeben und uns Adressen anzugeben, an die wir kostenlos unser Organ senden. Wer hat es getan, sicherlich die Mehrzahl noch nicht; an diese alle ergeht gerade in der Sommerszeit der dringende Ruf, das Versäumte endlich nachzuholen und zwar sofort ohne lange Erwägungen. Wenn jeder Leser einen Abonnenten wirbt, dann sind wir wieder einen gewaltigen Schritt vorwärts gekommen. Dieser Ehrenpflicht darf sich keiner entziehen, der es ernst mit seiner Zugehörigkeit zum Judentum nimmt. Der Worte sind genug gewechselt, nun wollen wir alle zur Tat schreiten und jeder den anderen noch Zagenden ermutigen. Wir liberalen Juden denken nur zu sehr daran, nirgends Anstoß in jüdischen Reihen zu erregen, aus großer Vorsicht vergessen wir an uns, und wer hat den Schaden davon, nur das Gesamtjudentum, für das noch weite Kreise zu interessieren sind. Wir verlangen für unser Bekenntnis auch Gerechtigkeit in jüdischen Reihen und wir gehen den Weg, den uns die Geschichte unserer Gemeinschaft vorschreibt. 0 Das Arbeiterfürsorgeamt der jüdischen Organisationen Deutschlands teilt uns folgendes mit: Wie bekannt, existiert seit ungefähr einem Vierteljahr ein Internierungslager für sogenannte ,,lästige Ausländer" in Stargard. Während in der ersten Zeit hauptsächlich Ausländer dort interniert wurden, die sich irgend welcher krimineller Vergehen schuldig gemacht hatten, sind in letzter Zeit leider auch zahlreiche Ausländer interniert worden, die früher einmal wegen zeitweiliger Arbeitslosigkeit ausgewiesen wurden, ohne die Möglichkeit zu haben, der Ausweisung nachzu* kommen, da ihnen die Rückkehr in die Heimat wegen der bekannten Zustände im Osten Europas zurzeit nicht möglich war. Es handelt sich also hier nicht nur um kriminelle Elemente, sondern zum großen Teil um durchaus arbeitswillige und arbeitsfreudige Ausländer, die zum Teil inzwischen längst wieder Arbeit gefunden haben und nun von ihrer Arbeitsstelle weg interniert wurden. Unter den so Internierten befindet sich eine größere An* zahl ostjüdischer Flüchtlinge und Arbeiter! Das Arbeiterfürsorgeamt der jüdischen Organisationen Deutschlands hatvon Anfang an sehr energische Vorstellungen gegen diese Politik erhoben und die zuständigen Stellen,

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