Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 1921
- Issue
- Heft 6 (Juni 1921)
- Date
- 1921-06-01
- Page
- Seite 117 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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— 117 — und das ewige Betonen des Bessermachenwollens, ohne daß diesem ein tatsächliches Handeln zugrunde liegt. Zuerst muß man wenigstens ab und zu zu unseren Versammlungen erscheinen, unsere Schriften und Bücher lesen und sich die geringe Zeit nehmen, in unsere Bewegung einzudringen. Jeder Mitarbeiter ist stets willkommen und es muß selbstverständliche Pflichterfüllung für jeden Vorstand sein, Anregungen jeder Art, die aus Mitgliederkreisen kommen, gründlich und in beschleunigtem Tempo nachzugehen. Wird aber eine Anregung abgelehnt, so erwächst hieraus für die Antragsteller durchaus noch nicht die Notwendigkeit, nun sich von jeder Arbeit zurückzuziehen und den Beleidigten zu spielen. Die Beteiligung an der Arbeit soll niemals von der augenblicklichen Laune und Stimmung abhängen, es ist für jedes Vorstandsmitglied Pflicht, mit seiner ganzen Kraft uns zu helfen und nicht stets mit Ausreden seine Untätigkeit zu entschuldigen. Es soll nicht üblich werden, daß nur ein persönliches Interesse Ausschlag an unserer Betätigung gibt, daß eine zeitweilige Verstimmung gegen gewisse Kreise uns das Recht gibt, dauernd allen Veranstaltungen fernzubleiben. Wir wissen, daß das Gefühl der Jugend manch herrliche Kraft in sich bergen kann, aber diese darf nicht allein dazu verwandt werden, gegen das Alter anzurennen und hier Werturteile zu fällen, die jede Zusammenarbeit unmöglich machen. Peccatur intra et extra muros! Wir erwarten vom» Alter Verständnis für unsere Arbeit, und wir glauben keine unmögliche Forderungaufzustellen, wenn wir immer erneut die Notwendigkeit der Zuführung der Jugend aus den Kreisen unserer lieben bewährten Führer in den liberalen Hauptvereinen in unsere Organisation betonen. Es müssen hier kleine Bedenken unbedingt bei Seite gestellt und die dringende Notwendigkeit des Zusammenschlusses an allen Orten endlich eingesehen werden. Natürlich ist wieder eins Vor* aussetzung für das Gelingen unserer Arbeit! Ausdauer, nochmals Geduld und zähe ununterbrochene Arbeit. Wir brauchen nicht vergeblich unter dem Alter und der Jugend nach Vorbildern in unserem Lager zu suchen. Es seien heute im Rahmen dieser kleinen Betrachtung nicht Namen genannt; jeder Iii weist erfreulicherweise eine unentwegte Schaar zuverlässiger Ekkehardts auf; wünschen und hoffen wollen wir nur, daß sich die Zahl dieser noch vermehrt und unter ihnen ein edler Wettstreit entsteht, auf daß alle unsere Mitglieder «icht Mitläufer sondern Mitstreiter werden, jeder unter Anspannung aller seiner Kräfte nur von dem Gedanken geleitet, in der jüdischen Religionsgemeinschaft der beste und würdigste Vertreter zu werden.