Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 1921
- Issue
- Heft 6 (Juni 1921)
- Date
- 1921-06-01
- Page
- Seite 115 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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— 115 — verlangen, etwas anderes in der Forderung dieser sozialen Umwälzungen und in dem Glauben an eine neue Gesellschaftsordnung schön selbst eine Religion zu erblicken. Sozialismus aus Religion ist für jeden religiösen Menschen, zu welcher Partei er sich auch bekennen mlöge, sehr respektabel; Sozialismus a 1 s Religion ist nichts anderes als Materialismus, der sich nur eine unechte Gloriole zu verleihen sucht. Ähnliche Betrachtungen ließen sich über das Verhältnis von Zionismus und Religion anstellen. Soviel über das Verhältnis der Religion zu den sozialen „Idealen". Noch auf eine andere Bemerkung Nothmanns sei mit wenigen Worten eingegangen. Nothmann erklärt, er könne „das Gebet nur als eine Feigheit betrachten". Aber beruht nicht auch dieses auf einem Mißverständniß, insofern als Nothmann hierbei die kindliche Auffassung seiner Kritik zugrunde legt, das Gebet solle eine außerweltliche Miacht anrufen, um weltliche Zustände zu beeinflussen. Daß die Gebete unserer Religionsbücher im allgemeinen aus dieser Gesinnung hervorgegangen sind und daß diese Auffassung auch heute noch in allen Kirchen im vulgären Sinne die herrschende ist, soll keineswegs bestritten werden. Aber ist sie denn deshalb auch die allein mögliche? In Wahrheit soll das Gebet nicht Gott an den religiösen Menschen, sondern den religiösen Menschen an Gott binden. Eine Begegnung, nicht ein Geschenk ist das Ziel. Und nur dem erscheint es sinnlos, der ihm einen Zweck zu geben sucht. Zur Sabbat-Frage, Von Josua Halevi. Dank den jungen liberalen Judenköpfen und Judenherzen! Wofür? Daß in den Iii-Blättern ein Ort geschaffen wurde, wo auch TJngelehrte sprechen dürfen**, jeder über seinen Gott! Denn Gott schuf nicht den Menschen in seinem Ebenbilde, -sondern der Mensch schuf Gott zu seinem Vorbilde, aus dem Besten der Menschenseele schuf er ihn! Mein Sabbat. „Sechs Tage sollst du rühren die Hände Von Tagesanbruch bis Tagesende, Für Weib und Kind, Für Haus und Saat —-- Doch der siebente Tag ist ein Feiertag! Es ruhe das Werk, es ruhe die Hast, *) Wir haben darum den Aufsatz Jern aufgenommen, ohne uns mit den darin vertretenen .Anschauungen zu identifizieren. Die Redaktion.