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Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands · 1921-06-01 · Heft 6 (Juni 1921) · p. Seite 111

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Journal
Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands
Volume
1921
Issue
Heft 6 (Juni 1921)
Date
1921-06-01
Page
Seite 111 (sequence 7)
Language
German
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— 111 — ihm, dann bliebe alles auf die dunklen Triebe dies Menschen gestellt und selbst der Haß noch wäre, weil im Menschen aufkeimend, erlaubt und sittlich. Persönlichkeit ist er und strahlt von sich die Idee aus, an der die Menschen sich emporranken, die ihnen Ziel ihres Strebens nach Vervollkommnung und Heiligung sein kann, Einheit ist er und seine Einheit nur verbürgt die Einheit der Menschheit. Mit diesem Besitz in der Seele beginnt Judentum, von ihm aus entwickelt sich die Fülle der Gefühle und Anschauungen und Wertungen, deren Summe und Einzelnes Judentum ist, und davon zu reden hier nicht der Ort ist. Das ist persönliches Bekenntnis, aber mehr als persönliches Bekenntnis in derlei Dingen zu geben, ist stets vom Übel. Zur Kritik der religiösen Lage im Judentum. IL Soziale Verschönerungsideale vi n d Religion. Von Rechtsanwalt Dr. Ernst Emil Schweitzer, Berlin. In den Mitteilungen des Iii, März 1921, richtet Kurt Noth« mann einen offenen Brief an Herrn Rabbiner Dr. Wolf- Dresden, der sich mit der Stellung des liberalen Judentums zum Gottesbegriff befaßt. Nothmlann knüpft an eine Bemerkung an, die Dr. Wolf in einem Breslauer Vortrage gemacht hat: „Man sollte*die Jugend durch besondere Hervorhebung des Gottesgedankens nicht vor den Kopf stoßen . . Nothmann bemerkt: „Schon immer wird an diesem einen Punkte, sicher dem Hauptpunkte, wie «von der Katze um den heißen Brei» herumgegangen. Jugend ist Kampf, innerer Kampf! Welchem jungen Menschen sind diese unzähligen Fragen nicht aufgestiegen: Wer ist Gott? — Was ist Gott? — Was soll ich mir unter Gott vorstellen? An etwas, was ich nicht verstehe, kann ich nicht glauben. Beten kann ich nur zu etwas Höherem, von dem ich mir eine Vorstellung machen kann. Mit diesen vielen Ausreden, ich muß es so nennen, Gott ist etwas Höheres, dem Menschen Unfaßbares, ihm nur Ahnendes, ist einem logisch denkenden Menschen nicht geholfen. Auch ich muß Ihnen, wie der bei Ihrem Vortrage angeführte Arzt, das Zugeständnis machen, daß mich dem Gefühle nach, ich scheide zwischen Vernunft s- und Gefühlsmensch, unnennbare Bande, ob es gerade die Mischpoche ist, weiß ich nicht, mit dem Judentum verbinden. Ich spreche hier als Vernunftsmensch. Als ein solcher kann ich das Gebet nur als eine

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