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Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands · 1921-04-01 · Heft 4 (April 1921) · p. Seite 79

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Journal
Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands
Volume
1921
Issue
Heft 4 (April 1921)
Date
1921-04-01
Page
Seite 79 (sequence 15)
Language
German
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— 79 - Buche Koheleth (Prediger) finden wir die Bemerkung: „Des Bücherschreibens ist kein Ende." Griechische Philosophie drang auch, trotz aller Abschließung zu den Juden und ließ Erörterungen über die Gerechtigkeit Gottes, das Glück des Menschen und den Sinn des Lebens nicht zur Ruhe kommen. Die Bücher Hiob und Koheleth, viele Psalmen und Sprüche können als das Resultat dieser Betrachtungen angesehen werden. Aber auch die Lebenslust fand ihren literarischen Ausdruck im Hohenlied, das eine Sammlung von Hochzeitsliedern ist. Das Gegenstück zu ihnen, die Klagelieder, sind wohl auch in dieser Zeit entstanden. Die letzten Schriften, die in die Bibel aufgenommen wur* den, sind Daniel und Esther. Das erstere weist deutlich auf die Makkabäerkämpfe, als auf die Zeit seiner Entstehung hin. Auch in dem letzteren scheint manches darauf hinzuweisen. Es ist jedoch gerade über dieses Buch noch manche Einzelheit zu sagen. In den folgenden drei Jahrhunderten (160 vor bis 160 nach Chr.) spielten sich mancherlei Kämpfe ab um die Aufnahme einzelner Schriften in die Bibel. Insbesondere wurden Koheleth und Esther heftig angegriffen und erst nach mannigfachen Kämpfen in die Sammlung der heiligen Schriften aufgenommen. Aus dem Talmud. - Mischnah Pessachim 10, i—8. In der alten Sammlung der Gesetze und Gebräuche der Juden, in der Mischnah, die von. R. Jehuda Hannasi gegen Anfang des dritten Jahrhunderts n. Chr. redigiert worden ist, findet sich im zehnten Abschnitte des Traktats Pessachim der erste kurze Abriß der Haggadah, aus dem sich mit der Zeit das kleine Buch herausgebildet hat. Ich setze diese Stelle hierher: Am Rüsttage des Pessachfestes, von der Zeit kurz vor dem Minchagebet, bis es finster wird, darf man auch ungesäuertes Brot nicht essen; selbst der Ärmste in Israel soll nicht essen, bis er sich hinlehnt zum Mahle und nicht weniger als vier Becher Wein bekommen, selbst wenn er von der Gemeinde erhalten wird. Wenn man den ersten Becher Wein eingeschenkt hat, spricht der Hausherr, nach der Schule Schamimai's, zuerst den Segen über den Festtag und dann über den Wein, nach der Schule Hillels zuerst über den Wein und dann über den Festtag. Setzt man ihm die bitteren Kräuter vor, so taucht er den Lattich in Salzwasser oder Essig ein, bevor das Anbrechen der Mazzah erfolgt. Dann setzt man ihm ungesäuertes Brot, Lattich, Früchtebrei und zwei Gerichte vor, obwohl der Früchtebrei ri.tual nicht geboten ist. R. Elieser b. Zadok

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