Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 1921
- Issue
- Heft 4 (April 1921)
- Date
- 1921-04-01
- Page
- Seite 78 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2550626-2550646-2550650--386-2551112- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
- 7« - Doch das eine müssen wir dem Zionismus lassen und müssen es auch uns aneignen: Die Liebe und Hilfsbereitschaft für unsere bedrückten jüdischen Brüder und Schwestern. Ihnen zu helfen ist nicht nur und darf nicht nur Aufgabe des Zionismuß sein; daran müssen wir alle, besonders wir Liberalen, mitarbeiten. Fritz H a a s e, Ili-Rybnik. Aus Bibel und Schrifttum. Von Robert Hirschfeld. Berichtigung: Seite 32, Zeile 8 von oben muß es statt „Heiligen" „heidnischen" heißen. Die in der babylonischen Gefangenschaft entstandenen Gesetze waren bei deren Ende wohl noch nicht vollständig ausgebaut: Wenigstens scheint es, als ob erst Esra der Vollender des Gesetzes, „der Thora", gewesen ist. Aus diesem Zeitraum, .etwa zwischen 586 und 450, stammen wohl die Gesetze im heutigen dritten und vierten Buche des Pentateüch. Diese Gesetzbildung scheint sich mehr in Babylonien als im Miutterlande' Palästina vollzogen zu haben. Hier beschäftigten zwei Fragen die Heimgekehrten viel stärker: soll der Tempel wieder aufgebaut werden, und wie verhalten wir uns gegen die Andersgläubigen bezw. die Angehörigen fremder Völker. Unmittelbar nach der Rückkehr (536) hat man sich zum Wiederaufbau des Tempels nicht entschließen können. Erst als nach dem Tode des Kämbyses das persische Reich auseinander zu fallen schien,, fand man den Mut, den Tempel wieder zu errichten (521—516), man tat dies in der Erwartung, daß nun die Zeit des Messias anbrechen würde. Im Mittelpunkt dieser Bewegung standen die Propheten Haggat und Sepharja, deren Schriften in treues Bild geben von dem, was die Gemeinde damals bewegte. Die Präge, wie m!an sich gegen die Fremden verhalten sollte, wird einerseits in den Büchern Esra und Nehemia, andererseits in den Büchern Jona und Ruth beantwortet. Die einen wollten das Judentum gegen alles Fremde abschließen und haben die Oberhand behalten^ die anderen predigen Duldsamkeit, indem sie auf die wahrhaft frommen heidnischen Schiffsleute und Bewohner von Ninive hinweisen und darauf aufmerksam machen, daß der König David von der Moabiterin Ruth abstamimt. Die folgenden Jahrhunderte haben nur wenige Schriften hervorgebracht, die in die Bibel aufgenommen worden sind, d. h. aber nicht, daß die Schriftstellerei aufgehört hat, im