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Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands · 1921-04-01 · Heft 4 (April 1921) · p. Seite 69

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Journal
Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands
Volume
1921
Issue
Heft 4 (April 1921)
Date
1921-04-01
Page
Seite 69 (sequence 5)
Language
German
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- 69 - Maimonides hält z. B. Totenerweckungen, die Elia und Elisa vorgenommen haben sollen, für Heilungen bei Scheintötfällen. Ändere prophetische Wunder bedeuten ihm« Visionen,, nicht Wirklichkeit. —- Er sucht auch die praktischen Satzungen der Religion zu erläutern; es widerstrebt ihm, sie als diktierte Vorschriften fraglos auf sich zu nehmen. Wer sie nicht begreife, für den seien sie wertlos. R. Gerschom ben Jehuda, genannt „die Leuchte des Exils", zeigte durch die Bestimmungen auf der" von ihm nach Worms berufenen Synode die zwingende Notwendigkeit einer Versöhnung der fortschreitenden Zeit mit dem Überkommen; wenn nicht alles in Trümmer zerfallen soll. Er wies dem jüdischen Weib einen würdigeren Platz als bisher im Rechtsleben an. Also gesunder Fortschritt. Wer weiß, ob es zu dieser Verflachung gekommen wäre, wie sie die Gegenwart leider noch aufweist, wenn der Fortschritt weiter seinen Weg so genommen hätte, wie ihn jene Großen in Israel angebahnt haben! Was sie gewollt und erreicht, ist Herzenssache des liberalen Judentums. Es will den ganzen Menschen erfassen und das Wertvolle aus seiner Seele heben, auf daß es veredelnd ein Segen der Menschheit werde. Jüdische Jugend, zeige, daß du Ideale in dir trägst, für die du zu kämpfen verstehst! Beweise, daß die Lebenskraft des Judentums in seiner einzig dastehenden Entwicklungsfähigkeit beruht! Kämpfen heißt streben, sich entwickeln. Entwicklung ist V e r v o 11 k o mm nung. Vervollkommnung ist wahre Religion. Und diese Veryollkommnü n g will unser Liberalismus : keine Verneinung, sondern ehrlichste Bejahung! Die n$ue Jugend und das Judentum. (Noch ein Wort zu dem Thema Iii und Kameraden) von Hans Münzer, Iii Breslau und J.W-B.-jjKameraden", Königshütte. Es regt sich in der deutsch-jüdischen Jugend, Wünsche und Sehnsucht drängen zur Tat, Leben will sich gestalten. Die Jugend fühlt, daß unendlich vielen von den Älteren Judentum nur Begriff ist, und sie wünscht heiß, es wieder zum Erlebnis werden zu lassen. Die Jugend sieht, daß die Alten in Konvention erstarren, und ein gut Teil von ihr setzt auch hier mit ernstem Kampf ein und versucht, zu freiem Menschentum sich Bahn zu brechen. Die jüdisch-liberalen Jugendvereine und die Kameraden sind die Sammelbecken, iti welche die neuen Kräfte einströmten und einströmen, beide Ansätze erst, beide Verheißungen. Erich Spitz hat hier aus-

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