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Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands · 1921-03-01 · Heft 3 (März 1921) · p. Seite 52

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Journal
Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands
Volume
1921
Issue
Heft 3 (März 1921)
Date
1921-03-01
Page
Seite 52 (sequence 8)
Language
German
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zerstreut worden zu sein und in dieser Zerstreuung soll es die Verwirklichung der prophetisch messianischen Ideale herbeiführen. Wenn wir eine jüdische Bewegung sein wollen^ dann müssen wir ein solches positives Judentum haben und es vertreten. Das ist nicht graue Theorie, denn die schönste praktische Arbeit nützt nichts, wenn man nicht auf einem festen geistigen Grunde steht. In der Vereinsarbeit müssen alle mitarbeitenden Vereinsmitglieder öfters zusammen sein, um das Gefühl der Zusammengehörigkeit zu behalten, gerade besonders auch wegen der Abwehrarbeit gegen den Zionismus. Solange wir noch in der Entwicklung begriffen sind, müssen wir die Abwehr pflegen, um zu verhindern, daß der Keim unserer Bewegung durch den Zionismus erstickt wird. Gerade weil wir noch nicht fertig sind, könnte unsere Bewegung sonst zerstört werden. Das oberste Gebot im Kamtpf gegen den Zionismus ist unbedingte Klarheit in unseren grundsätzlichen Anschauungen und in unserem praktischen Verhalten. Manche fühlen die Verpflichtung, den Zionisten entgegenzukommen: Wir seien nicht nur eine Religions-, sondern auch eine Blutsgemeinschaft. Das, wofür wir uns begeistern, ist nur die Religion, nicht die Blutsgemeinschaft. Wir stehen auf dem Standpunkt, daß unsere liberale religiöse Anschauung durch die zionistische Betonung des Rassenmoments gefährdet wird. Jetzt kommt die praktische Seite. Die Zionisten haben einiges erreicht, Palästina steht ihnen offen. Mit dem Wachsen der Macht des Zionismus wächst sichtlich sein Einfluß auf unsere eigenen Anhänger. In Berlin erreichen vier Zionisten eine Beeinflussung der Repräsentantenversammlung. Wenn wir, wie verschiedentlich angeregt wird, daran mitarbeiten, Palästina zu kolonisieren, helfen wir nur bei der Verwirklichung des Zionismus mit. Es wird gesagt, wir müssen die Brandeis'sche Richtung im Zionismus stärken. Doch diese eine praktische Richtung wird bei der Zusammenarbeit von der nationalen absorbiert werden. Hände weg von jeder Zusammenarbeit mit den Zionisten in Palästina, solange sie nicht auf jede zionistische Betätigung dort verzichten! Keine diplomatischen Kunststücke! Nichts darf geschehen, was den Standpunkt der liberalen Jugend verwirren kann. Das Beharren auf dem so wenig aufnahmefähigen Palästina schädigt unsere Ostjuden, denn denen, die nach Südamerika kommen, ist mehr geholfen. Brasilien betreibt die Aufnahme von 2500 Einwanderern bereits aus eigener Initiative. Inzwischen hat sich auch Argentinien für die Aufnahme ostjüdischer Einwanderer zu interessieren begonnen. — Übrigens müssen wir schon deshalb an der Abwehrarbeit gegen den Zionismus

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