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Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands · 1921-03-01 · Heft 3 (März 1921) · p. Seite 51

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Journal
Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands
Volume
1921
Issue
Heft 3 (März 1921)
Date
1921-03-01
Page
Seite 51 (sequence 7)
Language
German
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— 51 — Nein, zum Kämpfen sind wir zu vernünftig, zu „abgeklärt"! Greisenhaft setzen wir uns über dickleibige Bücher, treiben Philologie, erklügeln abgestandene Philosophismen! So sieht die „Jugend" in den jüdisch-liberalen „Jugend"-Vereinen aus! Wer wagt es, das zu leugnen? * * * Euch, ihr wenigen Freunde, die ihr zu mir steht, fordere ich auf: Wir wollen uns weit über Grenzen von Stadt und Land die Hände reichen! Hier im Iiiblatt wollen wir uns aussprechen. Wir wollen den Iii jung machen! Das liberale Judentum steht und fällt mit uns! Wir wollen! Auf zur jugendlichen Tat! Wege und Ziele unserer Arbeit. Correferat, gehalten auf dem Delegiertentag der Iii in Liegnitz von Arthur Lilienthal (Iii Berlin). Die Jugendbewegung soll keine Massenbewegung sein. Wir sind aber eine jüdisch-liberale, nicht nur eine Jugendbewegung, dazu sind wir da und deshalb sind wir hier, um jüdisches Leben in unseren Vereinen zu sehen. Massenbewegung ist der Zionismus, während wir Liberalen nicht nur gefühls-, sondern auch verstandesmäßig eine Bewegung schaffen wollen. Dabei ist das positiv jüdische Programm wichtig. Denn wir haben nicht nur, wie Herr Isaak sagt, Negatives gemeinsam. Man soll Verständnis für den gegnerischen Standpunkt haben, aber dabei von der Richtigkeit seiner eigenen Ansicht überzeugt sein. Das Gefühl allein, Jude zu sein, dürfte noch nicht ausreichen. Das Judentum ist eine Religion und die geistig religiösen Grundwahrheiten müssen wir als fest anerkennen, sonst haben wir keinen religiösen Liberalismus, sondern Anarchie. Diese Grundwahrheiten sind für mich: der jüdisch - ethische Monotheismus, die jüdische Ethik und der messianische Gedanke des messianischen Zukunftsreiches. Diese geistigen und sittlichen Anschauungen schaffen sich die Erscheinungsformen ihrer Zeit, z. B. den Gottesdienst. Sie wandeln sich mit der Zeit. Nur dadurch können sie sich jene Grundwahrheiten überhaupt lebendig erhalten. Man muß anerkennen, daß jeder an Form nur das zu halten braucht, was nach seiner ehrlichen Überzeugung seinem religiösen Bedürfnis entspricht. Das darf natürlich keine Frage der Bequemlichkeit sein, sondern ehrliche Gewissensentscheidung. — Wir müssen unseren Anhängern aber auch die positive geschichtliche Aufgabe des Judentums zeigen. Es ist die Aufgabe des Judentums, unter den Völkern

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