Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 1921
- Issue
- Heft 1 (Januar 1921)
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 19 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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— 19 — und eine bessere, würdigere, als sie der Gedanke der Emanzipation in Aussicht gestellt hatte. Eine Spannung und Feindschaft zwischen den Juden i n ihrer Gesamtheit und der christlichen Welt in ihrer Gesamtheit ist weder historisch noch nach religiösen Urkunden zu erweisen. Gerade ,,die besten und edelsten Christen", wie L. sie nennt, haben das Judentum als reinste und lauterste Quelle des Christentums anerkannt, aber n ichtdurch den Zionismus, wie L. seineLeser glauben machen will, Achtungvor den Juden gewonnen, sondern Jahrhunderte vor der Entsteh ungdesZionismus, jafastzweijahrtau sende vorher, den jüdischen Quellen des Monotheismus und der sittlichen Weltordn u n g nicht nur Achtung, sondern Verehrung erwiesen! 'An dieser Tatsache können auch die sc hönsten Worte des Herrn L. nichts ändern! — Es ist Herrn JU nicht unbekannt, daß gerade der Zionismus als Argument von den wütendsten Antisemiten benutzt wird, um den Mangel ~einer aufrichtigen Anhänglichkeit der Juden an die Staaten, in denen sie wirklich bürgerliche Gleichberechtigung genießen, zu beweisen, während L. von allen Juden, auch von den Zionisten, die Pflicht der aufrichtigen Anhänglichkeit fordert. Vor einigen Jahren gründete sich ein internationales Komitee „Pro Judaico", das lediglich die Ansiedlung der verfolgten Juden im heiligen Lande fördern wollte. Dieses Komitee bestand nur aus christlichen Politikern, darunter auch der deutsch-nationale Graf Westarp. Allein dieses Komitee kann L. unmöglich im Sinne haben, wenn er behauptet, „die besten und edelsten Christen verstanden den Zionismus", weil diese Männer eben nicht den Zionismus für die beste Lösung der Judenfrage hielten, oder doch nur bei einzelnen, wenigstens kann man das vom Grafen Westarp annehmen, insofern, als sie durch Abschiebung der Juden nach dem heiligen Lande ihre Staaten „judenrein" machen wollten. — L. behauptet ferner: „Nirgends ist ein Gegensatz zwischen der Verwirklichung der zionistischen Ziele in Palästina, der Verleihung jeder religiös-nationalen Freiheit an die Juden in der Diaspora und den Interessen der Staaten". .Soweit L. den ersten Gegensatz bezeichnet, kann man ihm beistimmen. Denn in der Tat hat kein Staat die Zionisten an der Verwirklichung ihrer Ziele in Palästina gehindert, ja selbst die Antisemiten haben — freilich aus den oben mitgeteilten Gründen, was L. durchaus nicht zugeben will — das zionistische Ziel in Palästina nicht allein nicht gehindert, sondern sogar eifrig