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Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands · 1921-01-01 · Heft 1 (Januar 1921) · p. Seite 18

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Journal
Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands
Volume
1921
Issue
Heft 1 (Januar 1921)
Date
1921-01-01
Page
Seite 18 (sequence 18)
Language
German
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— 18 — erfolgreichster Schüler, Napoleon Bonaparte, hatten den Grundsatz von der Gleichheit und Brüderlichkeit aller Menschen geprägt, und damit auch der Juden. Es kann also von einem „Irrtum der Emianzipationszeit" im geschichtlichen Sinne überhaupt nicht die Rede sein. 2. „Der Irrtum der Emanzipationszeit, der die ältere Generation gefangen hielt und noch bis heute gefangen hält, wurde jetzt deutlich", sagt L. Wir fragen ihn: „Hat die ältere Generation von heute, die zum Teil in höheren Schulen, Universitäten, im Richter- und Verwaltungsamte zur Anstellung gelangt, haben die französischen, englischen und italienischen Minister jüdischen Bekenntnisses den Irrtum der Emanzipationszeit wirklich „deutlich" erfahren? Haben die Staaten, die ihnen diese hohen Ämter übertrugen, jemals darauf bestanden, oder haben diese Männer es für nötig gehalten, ihre „nationalen Erinnerungen" aufzugeben, oder ihr „geschichtliches Gedächtnis" auszulöschen? — Haben die Zionisten Professor Warburg, Professor und Universitäts -Bibliothekar Dr. Heinrich Löwe, Regierung srat Hans Goslarundandere Zionisten, die in angesehenen staatlichen Stellungen sind, deswegen ihre „nationalen Hoffnungen" aufgeben müssen? — 3. L. behauptet, daß die nichtzionistischen Juden in der Emanzipationszeit und noch heute „ihr tausendjähriges geschichtliches Bewußtsein" vergessen und verloren haben. Und in der Emanzipationszeit entstanden die großen jüdischen Ge schichtswerke von den Nichtzionisten Jost, Zunz, Abraham Geiger, Graetz, Martin Philippsohn und Ludwig Geiger! Und der jüdische Religionsunterricht an allen höheren, mittleren und Volksschulen für Knaben und Mädchen, ebenso an allen jüdischen Religionsschulen begreift in seinem Stoffplan auch den Unterricht in jüdischer Geschichte! Ist das Herrn L. wirklich nicht bekannt? 3. „Die größte Täuschung" aber, in welcher sich L. befindet oder in die er seine Leser durch seinen Zukunftsartikel versetzt, ist die Behauptung: „Der Zionismus linderte auch sogleich die Spannung und F e i n d schaft zwischen den Juden und der christlichen Welt. Die besten und edelsten Christen verstanden den Zionismus, gewannen durchihn Achtung vor den Juden, halfen ihm auf seinem mühseligen Weg vorwärts. Die Achtungder Anderenvor der Selbstachtung der Juden: da war eine neue Möglichkeit zur Überwindung des Antisemitismus;

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