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Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands · 1921-01-01 · Heft 1 (Januar 1921) · p. Seite 14

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Journal
Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands
Volume
1921
Issue
Heft 1 (Januar 1921)
Date
1921-01-01
Page
Seite 14 (sequence 14)
Language
German
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— ■ 14 — der Wi rt schaff und Gesellschaft der Staate nr in denen sie leben, ist nicht die' jüdische Sache. Diese ist von anderer Art und anderem Rang, es ist die Sache der jüdischen Gemeinschaft! — Man bedenke:. An zwei Stellen setzt sich L. mit sich selbst in Widerspruch.- Einmal verneint er für die Juden ein „Staatsbürgerre c h t" und dann bezeichnet er die Juden als „Bürger i n der Wirtschaft und Gesellschaft der Staaten, in denen sie lebe n". — An diesen Widerspruch schließt sich der Widerspruch mit der allgemeinen Logik, Denn die Abwehr, Rechtfertigung und Behauptung seiner Stellung ist jedem Juden nötig und wird immer wieder nötig sein", gerade weil der Einzelne als Bekenner des Judentums angegriffen wird und gerade weil die jüdische Solidarität — letztere freilich nur dann, wenn es sich um Vorgehen der Einzelnen, nicht aber, sobald es sich um humane und wissenschaftliche Verdienste handelt — von unseren Feinden stets* als Ausgangspunkt ihrer Angriffe benutzt wird. L. ist das alles nicht unbekannt, aber trotzdem bezeichnet er mit einem kühnen, logischen Saitomortale die Abwehr des Antisemitismus als Sache des Einzelnen, während er den Zionismus als Sache „von anderer Art und anderem Rang zu einer Sache der jüdischen Gemeinschaft" macht. Das erinnert an die Geistesanlage der Ostjuden, die imstande ist, aus Schwarz —- Weiß zu machen. L. weist dem Zionismus zwei Aufgaben zu: I. Die Wiederaufrichtung der jüdischen Nation, die Verwirklichung der „Idee der nationalen Erneuerung in Palästina"; 2. „den Schirm der jungen, noch schwachen Keime der jüdischen Palästinasiedlung". Er behauptet, „daß seit 40 Jahren die Judenheit der Diaspora" (also wiederum die Gesamtheit) die Erreichung dieser Ziele als „helle Flamme in sehnsüchtigen und starken Herzen" pflegte und daß diese „helle Flamme während zweitausend Jahren der Zerstreuung nie erlosch". Alle diejenigen Juden also, die seit diesen zweitausend Jahren ihrer neuen Heimat in den verschiedenen Ländern ihre geistigen Kräfte, ihre Erfahrungen und ihre unausgesetzte Arbeit zum Besten eben ihres Vaterlandes gewidmet haben, getreu dem Worte des Propheten „Suchet das Wohl der Stadt, dahin ich Euch geführet, und betet um sie zum Ewigen; denn ihr Wohl ist auch Euer'Wohl!" und „das Landesgesetz ist Gesetz" hatten keine „sehnsüchtigen und starkem Herzen", ebenso wenig wie die Propheten und Talmudisten selbst, die ihren Glaubensgenossen diese Mahnungen zuriefen! — Aber auch die Behauptung Lichtheims, daß die zweite, oben bezeichnete Aufgabe, welche er dem Zionismus zuweist,

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