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Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands · 1921-01-01 · Heft 1 (Januar 1921) · p. Seite 3

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Journal
Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands
Volume
1921
Issue
Heft 1 (Januar 1921)
Date
1921-01-01
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Jugendvereins, der für eine Welt-, eine Menschheitsidee, für den Gottesstaat wirkt und wirbt! Lohnt es sich heute nicht mehr, für ein solches Ideal zu leben, zu streben? Fürwahr, es ist das einzige, das unserem Dasein Schwung und immer neue Kraft verleiht, das dem Dasein erst einen Sinn gibt. Für diesen Gedanken begeistert Euch, Eure Jugendgefährten und — auch die Alten. Von diesen scheidet Euch nicht; wendet Euch ihnen zu! Wandelt die verloren gegangene Ehrfurcht in Vertrauen um, macht die Alten Euch zu Freunden, die mitgerissen werden von Eurer Begeisterung, auf daß sie erkennen, daß Rechte und Pflichten auf beiden Seiten gleich verteilt sein müssen. Dann wird wieder echtes, religiöses Leben einziehen in die Häuser und Tempel: „Israel stirbt nicht, wenn die Jugend lebt — strebt." Cäsar Seligmann, Zum 60. Geburtstag. Von Dr. Max Freudenthal. Am 15. Dezember beging Cäsar Seligmann seinen 60. Geburtstag. Dem Fretindesglückwunsch, den ich ihm zu diesem Festtage bringe, werden sich gerne recht viele anschließen, die ihm seit seinen reifen Lebensjahren amtlich oder menschlich nahegetreten sind. Uns beide verbindet trotz des Abstandes des Alters seit der Studienzeit eine Freundschaft, die, aus gemeinsamem Heimatsgefühl und gemeinsamen Anschauungen erwachsen, sich im Streben nach gleichen Zielen und in der Verteidigung gegen gleiche Gegnerschaft von Jahr zu Jahr vertieft und verstärkt hat. Die Ziele mögen noch in weiter Ferne liegen, die Gegner zu manchem Strauß uns noch herausfordern: ich wünsche für mich und alle Gleichgesinnten, daß Cäsar Seligmann uns noch lange Jahre im Streben und Kämpfen rüstig und wacker voranschreite. Seligmann ist ein Kind der sonnigen Pfalz. Als Sohn eines Rabbiners in Landau geboren, in Kaiserslautern erzogen, genoß er von früh auf gemeinsam weltliche und religiöse Bildung. Schon in der Schulzeit galt sein lebhaftes Interesse der Literatur, Geschichte und Philosophie. Poetische Begabung und stilistische Gewandtheit zeichneten ihn von jeher besonders aus. Seine Universitätsstudien in München und Breslau waren den allgemeinen wie den jüdischen Wissenschaften gewidmet. Vor allem in Breslau brachte die frohe Studentenzeit an der Universität und zugleich am jüdisch-theologischen Seminar viel inneren und äußeren Gewinn. Dank seinem Talent und seinem vornehmen und aufrechten Charakter stand Seligmann bald im Mittelpunkt

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