Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 1920
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1920)
- Date
- 1920-12-01
- Page
- Seite 248 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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— 248 - ihrer hingebenden Liebesarbeit zu erholen. Ich habe nie ein großes Vertrauen in die Kraft des gesprochenen Wortes gesetzt, das Wort ist nichts, die Tat ist alles. Wir haben uns immer so gegeben, wie wir sind; wenn auch einige dünne Wände unsere Räume von den Ihnen zugewiesenen trennten, so haben Sie doch in dieser langen Zeit einen tieferen Einblick nicht bloß in unser Tun und Treiben, sondern, wie ich glaube, auch in unser Denken und Fühlen zu tun vermocht, als Ihnen dies sonst möglich gewesen wäre. Mögen Sie eine freundliche Erinnerung aus unserem Hause mitnehmen, möge Ihnen die Anschauung innerjüdischen Lebens, möge Ihnen nicht zuletzt auch die Teilnahme an unseren Chanukkaf eiern den Beweis 'geliefert haben, daß der hier herrschende Geist kein anderer ist als der Geist wahrer und schlichter Menschenliebe. Gebe Gott, daß in dieser schrecklichen Zeit, in welcher alle ohne Unterschied zum Wohle des Ganzen zusammenstehen und zusammen arbeiten müssen, in welcher vermeintlich unantastbare Autoritäten beseitigt worden und hemmungslose Gewalten an deren Stelle getreten sind, jeder sich seiner Verantwortung bewußt werde, das Trennende zurücktreten lasse und das Gemeinsame in den Vordergrund stelle. Und bei all der Not und allem Jammer dieser Tage wollen wir uns der Worte des Dichters erinnern: Deutschland hat ewigen Bestand, Es ist ein kerngesundes Land, Mit seinen Eichen, seinen Linden Wirst du es immer wieder finden. Grundsätzliches zu unserer Vereinsarbeit. Referat, gehalten auf der letzten Mitgliederversammlung des Berliner Iii von Arthur Lilienthal. Meine Damen und Herren! Wenn ich darum gebeten habe, heute ein paar Worte als Einleitung zu unserer Winterarbeit sagen zu dürfen, so war es mir um mehr zu tun, als darum, Ihnen auseinanderzusetzen, was wir im Winter tun wollen. Ich fühle vielmehr das Bedürfnis, mich hier einmal prinzipiell über die Frage unserer Vereinsarbeit auszusprechen. Denn eine solche Aussprache ist nach unseren Erfahrungen im Wahlkampf sehr notwendig. Ich will-auch hier von dem Ereignis ausgehen, das mich in erster Reihe veranlaßt hat, abernDals in verstärktem Maße über die Probleme unseres Vereinslebens nachzudenken, von den Wahlen zur Repräsentanten-Versammlung im Juni des Jahres. Entsprechend unserem Bestreben, den Einfluß der Jugend im. Liberalen Verein stärker geltend zu machen, waren