Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 1920
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1920)
- Date
- 1920-12-01
- Page
- Seite 244 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2550626-2550633-2550645--287-2551010- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
- 244 — wir unseren Vätern die Treue, mit der sie für unseren Glauben gelitten und gekämpft haben. Positive Arbeit fürs Judentum, das ist der Dank, den wir den Makkabäefn bieten.* Juda Makkabi, Juda Makkabi —, Heros der Judenheit, Du hämmertest eisern Dein Volk! Der Feinde Schädel Zertrümmertst du. Neu blüht der Tempel Aus Moder und Schutt: Auf steigt der Opfer Dampf Dem Herrn gefällig. Kündet es, Opferfeuer Weit über's Land: Wenige überwanden Viele, Denn sie überwanden sich! Sturmgefeit Volk, Steh' fest. Baue den Tempel In dir, täglich neu! Gib ihn nicht preis, Sei Hammer! L. R i e ß, Frankfurt a. M. Chanukka 1918. Ansprache von Landgerichtsdirektor S t e r n - Stuttgart. Verehrte Anwesende, liebe Kameraden, liebe Kinderl Das Chanukkafest ist an sich ein weltliches Siegesfest. Da es aber im alten Israel eine Trennung von Weltlichem und Geistlichem nicht gab, da völkische und religiöse Gemeinschaft begrifflich zusammenfielen, ein Umstand, welcher zu Anfang die Stärke des Volkes der Bibel bedingte und welcher im weiteren Verlauf seiner Geschichte ihm zum, tragischen Verhängnis werden sollte, so verstand es sich gewissermaßen von selbst, daß auch die weltliche Siegesfeier, welche festzuhalten die Einrichtung des Chanukkafestes bestimmt war, in das Gewand der Religion gekleidet wurde. In diesem Sinne ist die schlichte und zu Herzen gehende Symbolik des Entzündens der Lichter mit den sie begleitenden Segenssprüchen zu verstehen. Eine Siegesfeier! Viermal haben wir sie in den letzten Jahren in althergebrachter