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Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands · 1920-12-01 · Heft 12 (Dezember 1920) · p. Seite 242

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Journal
Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands
Volume
1920
Issue
Heft 12 (Dezember 1920)
Date
1920-12-01
Page
Seite 242 (sequence 2)
Language
German
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—- 242 — gefühl, sondern heiliger Glaubenseifer, die Glut religiösen Fuhlens. Wie wollten wir uns sonst die Tatsache erklären, daß unsere Väter seit der Zerstörung des Tempels 400 Jahre hindurch die Herrschaft fremder Völker ruhig hingenommen haben, ohne auch nur den Versuch zur Wiederherstellung ihrer nationalen Freiheit zu unternehmen? Reiche entstanden und stürzten, sie schwangen ihr Zepter über Juda und wurden selbst von Stärkeren besiegt, das jüdische Volk aber ertrug geduldig und ergeben den neuen Herrn. Erst als Epiphanes die Hand nach seinem Glauben ausstreckte, ihm sein Heiligstes entreißen wollte, erwacht das Volk, wird aus dem Dulder ein todesmutiger Kämpfer. Heiliger Glaubenseifer also ist es, der in den Makkabäerkämpfen in so bewundernswerter, heroischer Form sich offenbart, ihm haben wir die Rettung des Judentums zu danken. Darum wendet sich auch das Chanukkafest an unser religiöses Fühlen, und je tiefer wir den Wert unserer Religion empfinden, erkennen, was sie für uns bedeutet, je inniger die Liebe zu unserem Glauben ist, desto stärker ist auch die Dankbarkeit, mit der wir der Makkabäer denken, desto freudiger begehen wir das Chanukkafest, das die Erinnerung an sie in unserem Herzen weckt. Ein Fest der Glaubenstreue ist Chanukka. Doch ist denn nicht die ganze Geschichte Israels ein erhabenes Denkmal religiöser Treue? Sind wir nicht, wie in der Gegenwart, so zu allen Zeilen von fanatischem Haß bedroht worden, der sich nicht nur gegen unser Leben, sondern auch gegen die Idee, die wir verkünden, gegen unsere religiöse Lehre wandte? Treue ist das unvergängliche Adelszeichen unseres Stammes, doch die Form, in der sie sich bewährt, ist nicht stets die gleiche. Was uns berechtigt, in den Helden der Makkabäerzeit das erhabenste Vorbild jüdischer Treue zu verehren, das ist der Mut, mit dem sie, die Wenigen, den Kampf gegen ihre Feinde wagten, ist ihre positive Arbeit für die Wiederherstellung des jüdischreligiösen Lebens. Passive Treue, die Bereitwilligkeit, für seinen Glauben das Letzte zu ertragen, die Kraft zum Ausharren und Dulden hat Israel oft genug bewiesen, höher aber steht uns jene schöpferische, aktive Form der Treue, die in den Glaubenskämpfen der Makkabäerzeit sich strahlend offenbart, einer Treue, die nicht ergeben duldet, auch nicht mit Abwehr und Verteidigung sich begnügt, sondern in der Tempelweihe, in der Herstellung des religiösen Lebens ihre Krönung und ihren höchsten Ausdruck findet. Deshalb aber sind die Makkabäer auch für unser Leben Vorbild und Richtung weisend. Sie mahnen uns, die Angriffe, die gegen unsere religiöse Überzeugung von neuem

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