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Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands · 1920-11-01 · Heft 11 (November 1920) · p. Seite 236

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Journal
Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands
Volume
1920
Issue
Heft 11 (November 1920)
Date
1920-11-01
Page
Seite 236 (sequence 20)
Language
German
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- 236 — und wird wahrscheinlich hierauf auch in Zukunft nicht verzichten. Der Umfang dieser Aufsichtsbefugnisse wird voraussichtlich durch ein besonderes Landesgesetz seine Regelung finden. Es ist aber anzunehmen, daß der Staat gegenüber der Synagogengemeinde auch jetzt schon, d. h. vor Erteilung der Korporjationsfähigkeit, ein Aufsichts(recht milt Rücksicht darauf beansprucht, daß die Synagogengemeinde wegen ihres Steuererhebungsrechtes öffentlich rechtliche Befugnisse wenigstens in gewissem Umfange ausübt. Deshalb erscheint es angebracht, neue Statuten vind Statutenänderungen bis auf Aveiteres dem Oberpräsidenten zur Genehmigung vorzulegen. Literatur Tohu-Wabohu von Sammy Gronemann. Welt- Verlag, Berlin, 1920. Der Verfasser, ein bekannter zionistischer Rechtsanwalt, hat die Mußestunden Kownoer Kriegstage benutzt, um in einer Reihe von Skizzen, die nur locker zu einer Handlung verknüpft sind. Typen und Verhältnisse des Ostjudentums wie der Berliner Juden zu schildern. Dort das Leben und Treiben in der Synagoge und im Lehrsaal, auf den Straßen und im jüdischen Hause von Borytschew, von der festlichen Ruhe des Ssederabends bis zum wüsten Toben des Pogroms, — und hier die Kreise der Orthodoxie wie des Zionismus, den liberalen Rabbiner (zu dem aber ein bekannter Geistlicher der jüdischen Mittelpartei Modell gesessen haben dürfte) wie den getauften streberischen Beamten und sein Haus, — ein wildes Tohu-Wabohu von Sitten und Charakteren, von Stimmungen und Strebungen. Der Gedanke aber, der das mannigfaltige Ganze zusammenhält, ist nicht ein literarischer, sondern ein politischer, und darum verdient das Buch nicht die Bezeichnung des Romans, sondern die der Tendenzschrift. Der Verfasser dient der zionistischen Idee, und zwar in krassester Einseitigkeit. Alle anderen Anschauungen verkörpern sieh bei ihm in selbstgefälligen Gleißnern und1 Strebern oder in weltfremden, lebensschwachen oder innerlich zerrissenen Charakteren; wer reinen Herzens, klaren Geistes und zukunftsfrohen Lebensmutes ist, findet bei ihm den Weg zum Zionismus. Diese

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