Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 1920
- Issue
- Heft 11 (November 1920)
- Date
- 1920-11-01
- Page
- Seite 230 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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— 230 — die reinsten Grundsätze der Menschenliebe, der Ehre und des Patriotismus einzuprägen; Wissenschaft und Kunst zu unterstützen; die Not der Armen und Dürftigen zu lindern; die Kranken zu besuchen; den Opfern der Verfolgung zu Hilfe zu eilen*; Witwen und Waisen zu beschützen." Nur einige 20 Männer waren es, die zu diesen edlen Zwecken zusammentraten, die die ungeheuren Aufgaben, die die .Ordenstendenzen aufstellen, mutig und kraftvoll in Angriff nahmen. Von Tag zu Tag strömten ihnen begeisterte Mitarbeiter zu, Jahr für Jahr erstanden dem Orden neue Arbeitsstätten in Deutschland. Still und verborgen führt er sein Werk, er, ist keine geheime Gesellschaft, aber er scheut alles Vordrängen in die Öffentlichkeit, jede Bekanntgabe seines Wirkens. Nur seine Mitglieder kennen den gewaltigen Segen, den er in den fast 40 Jahren seines Bestehens in Deutschland verbreitet hat, nur die Brüder sind über seine Liebeswerke unterrichtet. Heute sind Logen des U. O. B. B. in allen mittleren und größeren Orten Deutschlands in eifrigster Tätigkeit beschäftigt, im Stillen Wohltätigkeit zu üben, Bruderliebe zu pflegen und Eintracht in der Menschheit zu fördern. Auf wesentlich anderen Gebieten bewegen sich die anderen großen Vereinigungen der deutschen Judenheit. Zunächst der im Jahre 1869 gegründete „D e u t s c h - israelitische Gefteindebund". Bei ihm handelt es sich um eine Zentralstelle der jüdischen Gemeinden in Deutschland, seine Aufgaben liegen in der Förderung des Gesamtinteresses und v der Gesamtwohlfahrt. Der Bund hat sich besonders sechs Aufgaben gestellt: Zunächst den Zusammenschluß der Gemeindeverwaltungen zwecks Austausche ihrer Erfahrungen und gegenseitiger Beratung bei besonderen Vorkommnissen; die Bearbeitung-und Sammlung statistischen Materials in dem jährlich erscheinenden „Handbuch der jüdischen Gemeindeverwaltung und Wohltätigkeitspflege" sowie in dem „Gesamtarchiv der deutschen Juden". Zweitens die Unterstützung leistungsschwacher Gemeinden, namentlich durch Fürsorge für Religionsunterricht und Ausbildung von Religionslehrern. Im Jahre 1912 wurden 21 000 Mark Beihilfen zu den Kosten des Religionsunterrichts an 210 kleinere Gemeinden geleistet. Die Lehrabteilung des D. J. G. B. fördert und unterstützt die Ausbildung und Fortbildung der Lehrer sowie ihre Vereine. Sie gewährt Beihilfen zu Fortbildungskursen und Ehrengaben an Lehrer, die sich an kleinen Plätzen um die Bestrebungen des Jugendverbandes verdient machen.