Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 1920
- Issue
- Heft 11 (November 1920)
- Date
- 1920-11-01
- Page
- Seite 229 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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— 229 — 1^4 Million für die Unterhaltung des Schulwerkes in Galizien, den Balkanländern und des Orients. Jugendfürsorge, um eine für das Leben besser vorbereitete Generation heranzubilden und Auswanderhilfe, um den Erwachsenen in freien Ländern ein besseres Fortkommen und eine ungehemmte Entwickelung ihrer Fähigkeiten; zu ermöglichen, sind die beiden großen Gebiete, auf denen der Hilfsverein hauptsächlich arbeitet. Für die Jugendfürsorge begann dler Hilfsverein mit der Errichtung von Kindergärten. Es folgte die Gründung eines eigenen Lehrerseminars in Jerusalem, um für den Orient tüchtig vorgebildete Lehrer zu gewinnen, und dann folgten Jahr für Jahr Schulgründungen der mannigfachsten Art, so daß bis zum Kriege über 50 Bildungsstätten und Erziehungsanstalten vorhanden waren, die vom Hilfsverein erhalten oder subventioniert wurden, davon etwa 30 in Palästina. In diesen Anstalten erhielten über 6500 Schüler ihre Ausbildung nach deutscher Art, in deutscher Sprache. Die Krönung des Schulwerkes im Orient war aber das Technikum in Haifa, dessen Errichtung einen Kostenaufwand von über 1 Million Mark erforderte. Hand in Hand mit dem Hilfsverein, speziell in der Auswandererfürsorge, arbeitet die Großloge für Deutschland U. O. Bv B. Beide Vereinigungen haben gemeinsam das Zentralbüro für jüdische Auswanderungsangelegenheiten gebildet, aus Anlaß der Pogrome in Rußland in den Jahren 1905 und 1906. Der U. O. B. B. wurde im Jahre 1843 *n Neuyork gegründet. Als anfangs der 80er Jahre des vorigen Jahrhunderts der Antisemitismus sein Gifthaupt in Deutschland wieder erhob und gleichzeitig ein ungeheurer Strom aus Rußland Vertriebener die Grenzen Deutschlands überflutete, machte sich der Mangel einer die gesamte deutsche Judenheit umfassenden Organisation für Unterstützungszwecke schmerzlich fühlbar. Einige edeldenkende Männer, die in Amerika das stille aber sehr hilfreiche Wirken des unabhängigen Ordens B'ne B'rith kennen gelernt hatten, die die Macht einer großen Organisation erkannten, wirkten eifrig für die Verpflanzung des Ordens nach Deutschland. Am 30. März 1882 wurde die erste deutsche Loge errichtet, sie nahm die Tendenz des Ordens auf und suchte sie zu verbreiten: ,,Der U. O. B. B. hat steh die Aufgabe gestellt, Israeliten zu vereinigen zur Förderung der höchsten Interessen der Menschheit; zur Entwickelung und Hebung der geistigen und moralischen Eigenschaften unseres Stammes; diesem