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Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands · 1920-11-01 · Heft 11 (November 1920) · p. Seite 225

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Journal
Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands
Volume
1920
Issue
Heft 11 (November 1920)
Date
1920-11-01
Page
Seite 225 (sequence 9)
Language
German
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— 225 — Den Menschen allwöchentlich einmal diese. Gelegenheit zu geben, das gerade ist der tiefste Sinn der Sabbathfeier! Ihm nahe zu kommen, kann nach meiner Meinung der Freitag Abend am besten und schönsten erfüllen.*> Die großen jüdischenWohlfahrtsundWohltätigkeitsvereine in Deutschland. Von Joseph Kauffmann, Weißensee. Nur wenige ^er jetzigen Juden können sich ein Bild von den Zuständen machen, in denen unsere Eltern und Großeltern noch vor 60 Jahren in sozialer Beziehung lebten. 60 Jahre sind eine kurze Spanne Zeit in der Geschichte unseres Stammes und doch haben diese 60 Jahre alles das geschaffen, was heute die deutsche Jud'enheit in den Werken der Wohlfahrt eint und verbindet. Bis vor 60 Jahren lebte jede jüdische Gemeinde abgeschlossen für sich. Kaum erfuhr ein Jude des einen Ortes oder der einen Provinz etwas davon, was die Glaubensgenossen anderenorts bewegte und erregte. Iri ganz Deutschland gab es nur eine jüdische Zeitung und diese wurde nur in dem damals sehr kleinen Kreise der Liberalen gelesen und erschien nur in kleiner Auflage. Nur zwei Gelegenheiten gab es, sich über die Vorkommnisse in der deutschen Judenheit zu unterr richten. Die eine war die mündliche Zeitung, die die „Orchim", Wanderreisende, von Ort zu Ort trugen, die andere war das Zusammenströmen der jüdischen Kaufleute anläßlich der Leipziger Messe. Dort wurden allgemeinere und speziellere Ereignisse besprochen, von dort brachten unsere Väter die Neuigkeiten mit nach Hause. Dort war auch fast die einzige Gelegenheit, Werke jüdischer Schriftsteller zu beschaffen, wenn solche überhaupt im Buchhandel erschienen waren. Einem jüdischen Schriftsteller war es damals sehr schwierig, für seine Geistesprodukte einen Verleger zu finden, in der Regel war er auf den Selbstverlag angewiesen. Wenn es ihm nicht gelang, auf der Leipziger Messe eine ausreichende Zahl von Subskribenten auf sein Werk zu finden, mußte er von Ort zu Ort reisen, um Vorausbestellungen zu suchen. Durch das im Jahre 1855 von den Rabbinen Philippson in 1) Es wäre schade, wenn ich der einzige bliebe, der sich zu dem so inhaltreichen und interessanten Aufsatz von Joseph Weinsaft äußerte. Doch wenn sich hier eine Diskussion über die Sabbathfrage eröffnete — was ich hoffe — dann würde ich es für ratsam halten, ■wenn nur von Lösungen dieser Frage gesprochen würde, nicht von den bestehenden schlimmen Zuständen, die z. B. am Sonnabend heutzutage im Tempel herrschen u. Ä.; denn wir kennen sie ja — leider i

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