Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 1920
- Issue
- Heft 9 (September 1920)
- Date
- 1920-09-01
- Page
- Seite 186 (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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— 186 — Gerungen, die wirdabei aufstellen, müssen im gleichen Geiste gehalten sein. Dazu kommen dann die Fragen der großen jüdischen Politik, insbesondere die des jüdischen Palästina. Mit einer etwas kühl abwehrenden Geste, wie sie der „Aufruf" des Vorstandes •der Arbeitsgemeinschaft im Juniheft dieser Zeitschrift darstellt, werden wir dabei freilich nicht auskommen, werden wir am allerwenigsten die Kameradenjugend gewinnen, die von tiefem Stammesstolz erfüllt auf Schaffung positiver jüdischer Werte hindrängen und — im Einklänge mit der Haltung des Zentralvereins — auf die Dauer durchaus nicht gesonnen sein wird, in der Palästinaarbeit alles den zionistischen Organisationen zu überlassen. Endlich drittens und letztens: Wie überall im Vereinsleben hängt auch für die Heranziehung der Kameraden zu unserer Iii-Arbeit sehr viel von der Lösung der Personenfrage ab. Und da empfehle ich und rate dringend: Ziehet die Kameraden, die in unseren Reihen mitkämpfen — es sind ihrer zum Glück ja nicht wenige — zu verantwortlicher Mitarbeit heran, indem ihr die besten unter ihnen in die Vereinsleitung berufet, und öffnet damit dem Kameradengeiste eine breite Gasse. Bei Erfüllung dieser Forderungen, die doch wahrlich kein Opfer der Überzeugung von uns heischen, wird es zwischen Iii und Kameraden gewiß so werden, wie ich es zum besten beider Organisationen-heiß ersehne: kein Ineinanderaufgehen, wohl aber ein treues Miteinanderstreiten, ein gegenseitiges Geben und Nehmen, ein freudiger Wettbewerb zum besten der jüdischen Jugend, der jüdischen Zukunft. In diesem Sinne: Glück auf zum neuen. Jahre! IH-Abzeichen. (F e r i e n g e d a n k e n.) Ja, was denkt man nicht alles, wenn wir den Alltag hinter uns lassen, um in die wenigen Tage hineinzufahren, die für uns Ferien sein sollen, Tage, die uns ganz gehören sollen. Es ^ibt leider wenige, sehr wenige Menschen, die nur sich selbst zu leben vermögen. Die meisten brauchen eine Ergänzung, jemanden, dem sie sich mitteilen können. Nun ist das Anschluß suchen und finden so eine Sache; nicht jedem fällt das leicht. Wie neidisch blicken wir Jungen, wenn Männer sich auf Grund ihres Logenabzeichens zusammenfinden. Wäre es nicht verheißungsvoll, wenn zwei Jünglinge oder zwei Mädchen sich durch ein Abzeichen als Iii-Mitglieder erkennen und in Gemeinsamkeit schöne Stunden verleben könnten? Das