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Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands · 1920-09-01 · Heft 9 (September 1920) · p. Seite 184

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Journal
Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands
Volume
1920
Issue
Heft 9 (September 1920)
Date
1920-09-01
Page
Seite 184 (sequence 24)
Language
German
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— 184 — fortentwickelnden Judentums haben wird. In einer unendlich wichtigen Einzelfrage: in dem Streit um die Einführung konfessionellen jüdischen Volksschulen' werden wir sogar die Kameraden, die jede vermeidliche Absonderung von dem übrigen deutschen Volke aufs schärfste verurteilen, geschlossen und einmütigauf unserer Seite finden. Es bleibt jedoch imimer noch die Frage offen, ob die liberal gerichteten Kameraden auch den organisatorischen Anschluß ari; unsere liberalen Jugendvereine suchen und finden werden. Die Antwort lautet: das wird davon abhängen, wie wir in den Iiis arbeiten! In einem Aufsätze des Schriftleiters der Kameradenblätter und ausgezeichneten Führers der Kamjeradenbewegung, Georg Beer in Stettin (Juniheft der Kameradenzeitschrift), ist zu lesen: „Wer heute in die üblichen jüdischen Jugendvereine hineinblickt, wird oft wenig Jugend gewahr und noch weniger Judentum. Er stellt fest, daß das Vereinsleben im Sommer fast völlig ruht, daß1 es im Winter sich abspielt in vereinzelten Vorträgen über schöngeistige Literatur, ja auch über einzelne jüdische Themen. Das Vereinsmitglied komimt, hört und geht und hat das Bewußtsein, daß es dieselben Vorträge auch in einem Literaturverein! hören könne, daß es, um> sie zu hören, keinem jüdischen Jugendverein anzugehören brauche. Es sieht ferner, daß das jüdische an diesen Vereinen nur seine Mitglieder, in sehr geringer^ Ausmaße seine Bestrebungen sind. Jugendvereine heißen diese Verbände, aber m[an sieht in ihnen fast nur erwachsene, keine wachsende Jugend, und daneben regelmäßig viel Ältere ..." Dieser hart ins Ohr fallende, aber nur allzuoft berechtigte Tadel.eines berufenen Wortführers der Kameraden mag uns, die wir die Verantwortung für Entwicklung und Gedeihen unserer Iiis, unserer Sache tragen, zeigen, was wir zu tun haben, um der Kameradenjugend die Mitarbeit in unseren Reihen erstrebenswert zu machen und uns dadurch so wertvolle Mitstreiter zu sichern. Dreierlei halte ich dazu von allem für erforderlich und will es ohne Scheu aussprechen: Erstens: wir müssen mit heißem Bemühen darauf bedacht sein, in unseren Iiis den Geist wahrer Jugendlichkeit rege zu halten. Wer wollte bezweifeln, daß da noch viel zu tun ist? Mit den äußerlichen Dingen fängt's an. Die jungen Mädchen, die sich uns anschließen, heißen bei uns noch immer „gnädiges Fräulein", die jungen Männer, so ihnen Gott einen Titel verliehen: „Herr Referendar, Herr Dr." usw. Kann

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