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Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands · 1920-09-01 · Heft 9 (September 1920) · p. Seite 182

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Journal
Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands
Volume
1920
Issue
Heft 9 (September 1920)
Date
1920-09-01
Page
Seite 182 (sequence 22)
Language
German
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— 182 — sammenhang mit den treuen Gefährten daher nicht aufgeben wollen. Vor allem aber warten des Kameradenverbandes noch Zukunftsaufgaben, die wohl nur er wirksam in Angriff nehmen kann, für die er aber der Zusammenfassung aller derer bedürfen wird, die seines' Geistes sind. Ich denke da vor allem an das Problem der beruflichen Umschichtung der Juden, von der so viel die Rede ist, für die aber bisher nichts wahrhaft durchgreifendes geschehen konnte, weil eben die Mithilfe der Jugend, auf die dabei doch alles ankommt, fehlte. Der Kamerad, der körperlich gestählt und mit der Natur innig vertraut ist, wird dem Gedanken an einen Übertritt zum Handwerk undden anderen technischen Berufen, an eine Tätigkeit in Landwirtschaft und Gärtnerei gänzlich anders gegenüberstehen, als die Juden der vorangegangenen Generationen. Wie viel diese Erlösung von der beruflichen Einseitigkeit zur Bekämpfung des Antisemitismus, zum Abbau jener Scheidewände von Fremdheit und Abneigung, die heute noch zwischen uns und unseren Mitbürgern anderen Blutes stehen, zur wahrhaften Einbürgerung des Juden in unserem Vaterlande beitragen würde, brauche ich nicht darzulegen, das kann sich vielmehr jeder denkende Jude selbst ausmalen. Hier wird der Kameradenverband allen anderen Organisationen vorangehen können und müssen, nicht mit Worten, sondern mit der befreienden Tat. Daß er aber gerade hierzu der tätigen Mitwirkung auch derjenigen unter seinen Mitgliedern bedürfen wird, die längst den Schritt von der Schulbank ins praktische Leben hinaus getan haben, die aber den Kameradenidealen immer treu und mit der Kamieradenarbeit in, steter Fühlung geblieben sind, das ist gleichfalls klar. Darum können die Kameraden niemand für andere Organisationen „freigeben", sie werden vielmehr mit allen Kräften danach trachten, müssen, alle ihre Anhänger bei ihrer Fahne zu halten, mag auch der Zeiger ihrer Lebensuhr'bereits auf Mittag stehen. Das war das eine, was ich im Gegensatz zu Herrn Stern für.die Kameraden fordern muß. Nun das andere: Mit nicht minder starkem Nachdruck muß ich — unbeschadet meiner persönlichen Neigung und Überzeugung, die so ganz der liberalen Sache gehört — die Forderung, daß der Kameradenverband als solcher in dem Ringen zwischen Orthodoxen und Liberalen Partei ergreifen solle, ablehnen. Unsere Kameradenarbeit, wie ich sie auffasse, hat so mtanche Ähnlichkeit mit derjenigen der Bne B'rith- Logen, aber auch des Zentralvereins und des Bodenkulturvereins, und doch hat auch an diese Organisationen noch niemand das gleiche Ansinnen gestellt. Unsere Arbeit, die wohl

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