Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 1920
- Issue
- Heft 6 (Juni 1920)
- Date
- 1920-06-01
- Page
- Seite 114 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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— 114 — könig Salamanassar unterwirft. Hiervon berichtet uns zwar die Bibel nichts; doch finden wir es in der Inschrift eines Obelisk vermerkt, das darstellt, wie tributpflichtige Völker vor Salamanassar erscheinen. Hierunter wird auch Jehu von Israel genannt, der dem König Gold und Silber darbietet. Noch einmal gelangt dann Israel im Laufe der Zeit zu Macht und Ansehen unter seinem tatkräftigen König Jerobeam II. Schon nach seinem Tode aber ist es mit der Macht des israelitischen Volkes vorbei. Die Nachfolger Jerobeams vermögen es nicht, die Machtstellung zu behaupten, und als Tiglat Pileser IV. oder Pul, wie ihn die Bibel nennt, mit einem Heer nach Palästina zieht, unterwirft sich ihm Menahem und wird ihm tributpflichtig. Auf einem zweiten Zug des Tiglat-Pileser stürzt dieser, wie er selbst erzählt, den König in Israel und setzt Hosea als König ein. Nun ist Israel politisch vollkommen unbedeutend geworden. Bs fehlt nur noch eins: Die Einnahme seiner Hauptstadt, die dann sehr bald erfolgt. 722 zieht Sargon gen Israel, nimmt Samaria ein, macht es dem Erdboden gleich und führt die Bevölkerung nach Assyrien, Wie wir in seinen Annalen lesen, sind es 27290 Mann und 50 Wagen. Nun steht Juda allein der Großmacht Assyrien gegenüber. Zu seiner Selbsterhaltung stehen ihm nur zwei Wege offen: entweder es unterwirft sich freiwillig, oder es schließt ein Bündnis mit Ägypten und Babylonien, das damals unter assyrischer Oberherrschaft steht, um sich mit vereinten Kräften zu empören. Ahas wählt den ersten Weg und begibt sich unter das Joch Assyriens. Sein Sohn Hiskia setzt anfangs diese Politik fort. Bald aber verbündet er sich mit Ägypten und Babylonien. Das beschwört natürlich den Feldzug Sanheribs herauf, zumal, da sich nun auch noch Syrien erhebt. Zunächst wendet sich Sanherib gegen Babylonien, das ihm der Hauptfeind zu sein scheint, und besiegt seinen König Merodach-Baladan. Über den weiteren Verlauf seines Feldzuges erfahren wir nicht -$ur etwas aus dem Bericht des Propheten Jesaia, sondern auch aus dem, was Sanherib selbst erzählt. Auf einem Tonprisma, dem sogenannten Taylor-Zylinder, beschreibt er uns seinen Zug nach Palästina. Nachdem er Babylonien besiegt hat, wendet er sich zunächst gegen die Juda umwohnenden Völkerschaften und bringt sie wieder unter seine Oberherrschaft. Dann zieht er gegen Jerusalem. Sein Feldlager schlägt er aber nicht vor Jerusalem auf. sondern bei Lachis. Anfangs ist Hiskia damit einverstanden, sich zu unterwerfen und den geforderten Tribut zu zahlen. Sanherib gibt sich aber damit nicht zufrieden, sondern verlangt die Übergabe der Stadt, worin aber Hiskia unmöglich einwilligen kann. Inzwischen rücken die Ägypter zur Hilfe Judas heran,