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Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands · 1920-06-01 · Heft 6 (Juni 1920) · p. Seite 109

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Journal
Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands
Volume
1920
Issue
Heft 6 (Juni 1920)
Date
1920-06-01
Page
Seite 109 (sequence 9)
Language
German
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— 109 — des Zionismus und die Einwanderung Vom Auslande haben die. liberale Position in den Gemeinden nicht gestärkt. Wenn diese liberale Hauptforderung nach Herstellung eines den liberalen Ansprüchen und Anschauungen entsprechenden Gebetbuches überhaupt eine praktische Verwirklichung finden soll, dann ist es hohe Zeit, das Werk zu beginnen. Wir Alten, die mit dem hergebrachten Gebetbuch aufgewachsen sind, empfinden das Bedürfnis nach einer zeitgemäßen Neuordnung des Gottesdienstes nicht so stark wie das neu herangewachsene und heranwachsende Geschlecht. Wenn diesem die Liebe zum Gottesdienste, der Trieb zur Teilnahme an demselben,, das religiöse Gefühl und die religiöse Betätigung erhalten werden sollen, dann heißt es: „Der Worte sind genug gewechselt, laßt mich auch endlich Taten seh'n." Berlin-Weißensee, 16. Mai 1920. Joseph Kauffmann. Außerbiblische Quellen zur biblischen Geschichte. Von Ellen Littmann (Iii-Berlin). Die Bibel erzählt uns die Geschichte des Volkes Israel von der ältesten Zeit bis hinauf in das sechste Jahrhundert, bis zur Rückkehr aus dem babylonischen Exil. Bis vor verhältnismäßig kurzer Zeit war die Bibel die einzige Quelle für diese Epoche der israelitischen Geschichte. Erst die Ausgrabungen im alten Babylonien, in Palästina selbst, wie auch in Ägypten haben bewiesen, daß wir noch andere Quellen zur biblischen Geschichte besitzen. Dort, wo es sich um rein historische Vorgänge handelt, stimmen die außerbiblischen Berichte mit denen der Bibel ziemlich genau überein, ja sie bilden oft eine wertvolle Ergänzung derselben. Unterschiede finden wir nur dort, wo es sich um Ideen handelt, wie in den Mythen und Gesetzen. Wie bei allen Völkern die ältesten Literaturdenkmale von dem Walten der Götter in der Natur erzählen, so finden sich auch in der Bibel Darstellungen von den Anschauungen über den Ujrsprung der Welt, des Menschen und über die Beziehungen zwischen Gott und dem Menschen. Allerdings ist die Schilderung hiervon nicht vom israelitischen Geist geschaffen worden, sondern sie ist dem Babylonischen entnommen und dann verwertet worden; denn in der babylonischen wie auch in der ägyptischen Literatur gibt es einige Mythen, die unbedingt als Parallelen zu biblischen Erzählungen angesehen werden müssen. Der babylonische Schöpfungsbericht geht vom Chaos aus, das da ist, bevor die Götter erschaffen sind, aus dem sich die Götter erst bilden. Dfemri'aber wollen die Götter Ordnung

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