Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 1920
- Issue
- Heft 6 (Juni 1920)
- Date
- 1920-06-01
- Page
- Seite 103 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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— 103 — Tagung der Arbeitsgemeinschaft der Iii Deutschlands« Am 29. Mai fand in Berlin unter Vorsitz des Herrn Rechtsanwalt Stern eine erweiterte Vorstands sitzung unserer Arbeitsgemeinschaft statt, an der zu unserer Freude außer den Vertretern der Iiis Herr Rabbiner Dr. Bäck-Berlin und unser Vertrauensmann Herr Rechtsanwalt Schlesinger-Königshütte teilnahmen. Die Beratungen, über die in der nächsten Nummer ein ausführlicher Bericht erscheint, währten fast bis in die Mitternachtsstunde und verliefen bei angeregtester Aussprache zu allseitiger Befriedigung. Unsere Vertreter nahmen am folgenden Tage an der erweiterten Vorstandssitzung der Vereinigung für das liberale Judentum in Deutschland teil. Namens der auswärtigen Teilnehmer sei auch an dieser Stelle insbesondere Frau und Herrn Rechtsanwalt Stern für ihre ausgezeichnete Gastfreundschaft und den Berliner Vorstandsmitgliedern für ihr herzliches Entgegenkommen wiederholt gedankt. Alfred Berger - Breslau. Unsere jüdische Jugendbewegung, Von Rechtsanwalt Heinrich Stern - Berlin. Abdruck aus der Zeitschrift der „Kameraden". Die erste Nummer der Kameradenzeitschrift hat mich mit widerstreitenden Gefühlen erfüllt. Zunächst mit freudigem Empfinden! Denn wenn man das Anwachsen der Kameradenbewegung von Anfang an betrachtet hat, wenn man, wie ich, im Syndikat des Centraivereins mit den und für die Kameraden gearbeitet hat, so darf man es gewiß als wichtigen Fortschritt im Kampf gegen die allgemeine Indifferenz werten, wenn von neuen Gesichtspunkten aus der Weg zum positiven Judentum gefunden werden soll. Dennoch frage ich mich sorgenvoll: Ist hier ein solcher Weg gefunden, kann er hierin allein gefunden werden? Und wenn ich — nicht ohne inneres Widerstreben — diese Frage nicht bejahe, so richte ich ja damit nicht fremdes Handeln, sondern wende mich gegen große Kreise eigener Gesinnungsfreunde; denn aus unseren Ili's heraus — nebenher aus dem K. C. —> kamen die Giründer der ersten Kameradenvereine in Schlesien und Berlin; was ich also hier vorbringe, richtet sich an und gegen Freunde; wüßte ich dies nicht, so erbäte ich mir nicht das Wort zur Mahnung an die Jugend der „Kameraden".