Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 1920
- Issue
- Heft 3 (März 1920)
- Date
- 1920-03-01
- Page
- Seite 57 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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— 57 — Sprache gelesen. Hat der Ausänder sie hebräisch gehört, so hat er seiner Pflicht genügt. Hat man sie mit Unterbrechungen oder schlummernd gelesen, so hat man sich seiner Pflicht entledigt. Wer sie aufgeschrieben, laut vorgetragen oder korrigiert hat, hat seiner Pflicht genügt, wenn man dies beabsichtigt hat, sonst aber nicht. Ist sie mit Pulver, Farbe, Gummi, Schwärze, oder auf Papier oder Pergament geschrieben, so hat man seiner Pflicht nicht genügt. Sie muß in assyrischer Schrift (unsere gewöhnliche Druckschrift) in Buchform und mit Tinte geschrieben sein. Gemara . . . (Es wird festgestellt, welchem Bibelvers das Verbot entnommen ist, die Esterrolle rückwärts zu lesen, hierbei wird erwähnt, daß auch das Schema in bestimmter Weise gelesen werden muß.) Woher dies vom Schema? Es wird gelehrt: man lese das Schema hebräisch. Worte Rabbis (R. Jehuda der Fürst). Die Weisen sagen in jeder Sprache. Rabbi sagte: Der Schriftvers lautet: „Sie sollen sein" (Deut. 6, 6). sie müssen in ihrer ursprünglichen Sprache verbleiben. Welchen Grund haben die Weisen? Der Schriftvers lautet „Höre" (Deut. 6, 4), das heißt in jeder Sprache, die du hörst. Und wie erklärt Rabbi dieses „Höre", er deutet es in folgender Weise: ,,Die Olhren sollen hören, was der Mund spricht." Woher weiß man die Reihenfolge des Achtzehn-Gebetes (tägliches Hauptgebet). Es wird gelehrt: Simon der Flachshändler trug vor R. Gamaliel in Jamnia in seiner Reihenfolge vor. R. Johanna sagte: 120 Greise, darunter viele Propheten, bestimmten die Reihenfolge der achtzehn Segenswünsche. Was hat nun Simon der Flachshändler zur Ordnung des Gebetes getan, wenn dies schon vorher von 120 Greisen geordnet war? Man hatte sie vergessen und er setzte die Reihenfolge wieder fest. Mehr Lob als in dem Hauptgebete enthalten ist, darf man Gott nicht spenden. R. Eleasar sprach (Ps. 106, 2): „Wer kann die Machttaten des Herrn alle reden, all seinen Ruhm verkünden." Rabba b. Bar-Chana sagte im Namen R. Jochanans: „Wer gar zu überschwenglich den Ruhm Gottes ausspricht, wird nicht alt werden . . ." R. Jehuda aus Kephar-Naborpa sprach: es heißt (Ps. 65, 2) „Schweigen ist deine Lobpreisung; Schweigsamkeit ist die beste Würze." R. Dimi, der sich lange Zeit in Palästina aufgehalten hatte, erzählte: Im Wresten hat man das Sprichwort: „ein Wort kostet einen Sela, Schweigen zwei." Megilla 7 b. Rabba sagte: Am Purimfest muß man soviel trinken, bis man keinen Unterschied mehr macht zwischen der Verwünschung Hamans und dem Segen Mordechajs. Rabba und R. Zera berauschten sich einst beim Purimmahl. In der Trunkenheit schlachtete Rabba seinen Genossen. Am folgenden Tage