Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 1920
- Issue
- Heft 3 (März 1920)
- Date
- 1920-03-01
- Page
- Seite 58 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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— 58 — betete er so lange zu Gott, bis der Getötete wieder lebendig wurde. Im nächsten Jahre sprach Rabba zu R. Zera: „Komm wir wollen wieder das Purimmahl zusammen halten." Dieser entgegnete aber: „Ein Wunder geschieht nicht in jeder Stunde. Fragekasten* Lieber Herr Stoll! Sie besprechen im Anschluß an die Abhandlung des Herrn Krojanker „vom Menschheitsbeglückurigswahn, eine Auseinandersetzung mit dem K. C. „unsere Stellung zum Zionismus". Und Sie glauben, „von vornherein hervorheben zu müssen, daß Herr Krojanker dem jüdischen Liberalismus als solchem durchaus sachlich zu begegnen sich bemüht." Wirklich? Herr Krojanker spricht z. B. von der „messianischen Idee in der abstrakten und verwässerten Form des liberalen Juden* tums." Wenn Sie uns das nicht mitteilen, schadet es ja schließlich noch nichts; denn dieser Vorwurf ist alt und harmlos. Aber dann fährt er fort: „Es war mir als unnötig erschienen, diese Idee selbst und ihre Tragfähigkeit für ein lebendiges Gemeinwesen zu prüfen, da ich sie immer nur für eine Verlegenheitsausflucht hielt, die sich leicht vorbringen läßt, zu nichts verpflichtet und ihre Existenz nur im Wortschatz, nicht aber im Herzen des liberalen Juden hat." Ist das durchaus sachlich? Und warum erzählen Sie denn gar nichts von der Entdeckung des Herrn Krojanker? Ich wills also noch nacW holen und ihn zitieren: „Für den liberalen Juden nämlich ist das Judentum Literatur, die Literatur einer Geschichte und einer Religion. Und sie ist gar trefflich geeignet zu disputieren, welche Ideen sie wohl als Inhalt in sich berge. Sie ist ein herrliches Gebiet, um Scharfsinn, Witz und Tiefe zu erproben. Das Judentum ist tot, es lebe die Philosophie!" Und Sie gestatten mir nun wohl (oder soll ich noch mehr Beispiele bringen?), „Frei nach Stoll" zu schreiben: Ich muß noch nachträglich hervorheben, daß Herr Krojanker auch dem jüdischen Liberalismus als solchem durchaus nicht nur sachlich zu begegnen sich bemüht. Mit freundlichem Gruß Ihr Bruno Woyda.