Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 1920
- Issue
- Heft 3 (März 1920)
- Date
- 1920-03-01
- Page
- Seite 56 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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— 56 — für die ummauerten Großstädte am folgenden Tag; fällt er auf einen Sonntag, so liest man sie für die Dörfer am vorhergehenden Versammlungstag, für die größeren Städte am seiben und für die ummauerten Großstädte am folgenden Tag. Gemara. Die Esterrolle wird am n. gelesen. Aus welcher Schriftstelle ist dies zu entnehmen? Das wird weiterhin erklärt: für die Dorfbewohner haben die Weisen eine Erleichterung getroffen, daß sie sie nämlich am vorhergehenden Versammlungstag lesen dürfen, damit sie Wasser und Nahrung in den Großstädten besorgen können. Alle diese Tage wurden von den Männern der großen Synode festgesetzt, denn wenn man sagen würde, diese Männer hätten nur den 14. und 15. festgesetzt, wie könnten dann die späteren Gelehrten eine Anordnung der früheren aufheben, da doch ein Gerichtshof die Beschlüsse eines andern nicht aufheben kann, wenn er ihn nicht an der Zahl und Bedeutung seiner Mitglieder übertrifft; es ist also gewiß, daß alle diese Tage von den Männern der großen Synode angeordnet wurden. Wo ist aber eine Andeutung davon in der Schrift? R. Schämen b. Abba sagte im Namen R. Jochanans: der Schriftvers lautet: (Est. 9, 31) „Um diese Purimtage zu ihren bestimmten Zeiten festzusetzen"; es sind also mehrere Zeiten festgesetzt.. Vielleicht sind «s der 12. oder 13.? Dazu bemerkte R. Samuel b. Isaak: der 13. ist als Fasttag für jede Gemeinde festgelegt, so daß man dafür keinen besonderen Schriftvers braucht. Vielleicht sind es der 16. und. 17. Es heißt (Ester 5, 27). Und nicht versäumen . . . Die Mischnah sagte: Großstädte, die seit den Tagen des Josua, mit einer Mauer umgeben sind, lesen sie am 15 . . ... Hierzu bemerkt R. Josua b. Korcha: In Großstädten, -die seit dem Tage es Ahasverus mit einer Mauer umgeben sind, liest man sie am 15. Aus welchem Grunde sagt er dies? So wie man sie in Susa, das seit den Tagen des Ahasverus mit einer Mauer umgeben ist am 15. liest, ebenso liest man sie in jeder, seit den Tagen Ahasverus mit einer Mauer umgebenen Stadt am 15. Wie begründet der Autor unserer Mischnah seine Meinung, er folgert es aus dem Worte offen, liier heißt es (Est. 9, 19): Darum machen die Juden auf offenem Land . . . und dort heißt es (Dt. 3, 5): Außerdem noch sehr viel offene Landstädte; wie es sich dort um Mauern handelt, die seit den Tagen Josuas bestehen ... Megilla Fol. 17—18. Wer die Esterrolle rückwärts liest, hat sich seiner Pflicht nicht entledigt; hat er sie auswendig, oder in der Sprache des Targum (Uebersetzung der Bibel in der damaligen Landessprache) oder in einer andern Sprache, so hat er sich seiner Pflicht nicht entledigt. Für Ausländer wird sie in ihrer