Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 1920
- Issue
- Heft 3 (März 1920)
- Date
- 1920-03-01
- Page
- Seite 51 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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— 51 — nis der Entwicklung heraus all das hinwegräumen will, was sich als Schutt dem Auswirken wahrhaft jüdischen Geistes hinderlich erweist, damit um so strahlender Und der ganzen Menschheit erkennbar die Ewigkeitswerte des Judentums, denen die Welt ihr Bestes verdankt, hervorleuchten und sich kraftvoll entfalten können. Julius Loeb. Arbeitsnachweis. Der Verein für Arbeitsnachweis E. V. (begr. von den Berliner Logen U. O. B. B.) Berlin N 24, Mpnbijouplatz 10, Fernsprecher für männliche Abteilung, Lehrstellenvermittlung und Berufsberatung: Norden 9130, für weibliche Abteilung und Schreibstube: Norden 9131, sieht in aller Kürze auf ein 24jähriges Bestehen zurück. War es dem Verein in diesen langen Jahren stets gelungen, gemäß dem humanitären Gedanken, den die Begründung durch die Logen bedingt, seine Aufgabe der kostenlosen Stellenvermittlung für Handel und Gewerbe mit Erfolg zu erfüllen, so schien es im letzten Jahre zeitweilig recht schwierig, angesichts des katastrophalen Niederganges unserer Volkswirtschaft und der dadurch entstandenen Schwierigkeiten, restlos allen Anforderungen zu genügen. Auch jetzt noch wächst die Arbeitslosigkeit von Tag zu Tag, nicht minder un,ter den Glaubensgenossen; demgegenüber fehlt es an Arbeitsmöglichkeiten. Durch den ständigen Zuzug von Ostjuden wird diese Arbeitslosigkeit noch verstärkt, da die Zugewanderten nur unter recht schwierigen Umständen in Deutschland Arbeit finden können bezw. aufnehmen dürfen. Auch die Ministerial-Verfügung vom 1. No.- vember hat an dieser traurigen Tatsache wenig geändert. Not, Elend und Neigung zum Schiebertum sind unausbleibliche und sehr böse Folgen. Dieser ungeheuren Gefahr für die gesamte deutsche Judenheit auch nur einigermaßen Herr zu werden, kann nur dann gelingen, wenn alle jüdischen Arbeitgeber es für ihre größte Pflicht betrachten, dem „Verein für Arbeitsnachweis", als dem Jüdischen Centrai-Arbeitsnachweis in Groß- Berlin, jede offene Stelle, ja, auch die geringste Beschäftigungsmöglichkeit umgehend mitzuteilen. Es ist besonders erwünscht, wenn auch die Glaubensgenossen in der Provinz alle offenen Stellen, nicht nur kaufmännische, sondern besonders auch in Handwerk und Landwirtschaft, hierher mitteilen würden, um so den Berliner Arbeitsmarkt zu entlasten, wo die wirtschaftliche Not unendlich schwerer und ernster ist, als im Reiche. Das Gesagte gilt auch bezüglich der mit dem Arbeitsnachweis verbundenen Lehrstellen -Vermittlung für Lehr-