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Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands · 1920-03-01 · Heft 3 (März 1920) · p. Seite 50

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Journal
Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands
Volume
1920
Issue
Heft 3 (März 1920)
Date
1920-03-01
Page
Seite 50 (sequence 10)
Language
German
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— 50 — sondern in der Berührung mit den übrigen Menschen. Darum begrüßen wir diese Erscheinung als einen ersten kleinen'' Schritt auf dem Wege zur Erfüllung, der in uns die Gewißheit stärkt, daß wir auf der richtigen Bahn sind. Zur Propaganda. Bei der Propaganda für unsere Sache habe ich gerade auch von Leuten, die selbständig zu denken gewohnt sind, oft von vornherein den Einwand machen hören, daß sie ganz allgemein zu jüdischen Dingen» insbesondere religiöser Art, keine Stellung nehmen, weil sie in unseren Zeiten nicht nur in der religiösen Differenzierung etwas nur noch historisch Bedeutsames sehen, sondern insbesondere, weil sie in dem, was sie vom Judentum bisher kennen gelernt haben, den lebendigen Zusammenhang mit all den brennenden Fragen vermissen, die jetzt die Menschheit aufs tiefste bewegen. Solche Leute, mit denen sachliche Diskussion möglich ist und die nur mangels Kenntnis vom wahren Judentum zu dieser verfehlten Auffassung von der ewigen Gegenwart und der Völker und Zeiten umspannenden Bedeutung der jüdischen Ideen gelangt sind, wird man stets dadurch am besten eines Besseren belehren können, daß man ihnen den engen Zusammenhang, der gerade zwischen Judentum und den uns jetzt bewegenden Tagesfragen besteht, vor Augen führt. Greifen wir hier aus der Vielzahl der Probleme nur die zwei wesentlichsten heraus: Der Gedanke von der sozialen Gerechtigkeit, vom Ausgleich zwischen den widerstreitenden wirtschaftlichen Interessen, und damit der Festigung des inneren Friedens und der Eintracht, er ist kein Kind unserer Tage, er ist uraltes jüdisches Erbgut. Die Schaffung des Völkerbundes als Ausdruck des Sehnens der Menschheit nach einem Zustande gesicherten Friedens und ihres Strebens nach wahrer Völkerversöhnung, auch dies ist jüdischen Ursprungs und findet seinen wundervollsten Niederschlag im Schrifttum des Prophetismus. Wer wird sich der Wucht dieser unwiderleglichen Tatsachen entziehen können, wer wird, mag er in seinem religiösen Erleben noch so eigenartig sich entwickelt haben, nicht eines Geistes Hauch verspüren vom Ewigkeitswert einer Weltanschauung, die wie die jüdische schon vor Jahrtausenden Gedanken barg, die man heute fälschlicherweise fast ständig als ein Produkt unserer Tage ansieht! — Und hier wird man auch bald die Brücke zum jüdischen Liberalismus finden, der nicht wahllos einreißen will, um etwas anderes, nichtjüdisches, aufzubauen, nein, der aus der Erkennt-

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