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Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands · 1919-11-01 · Heft 5 (November 1919) · p. Seite 33

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Journal
Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands
Volume
1919
Issue
Heft 5 (November 1919)
Date
1919-11-01
Page
Seite 33 (sequence 7)
Language
German
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33 tue deine Hand auf und leihe ihm, so viel ihm fehlt, daß es hinreiche für seinen Bedarf. Hüte dich, daß kein niedriger Gedanke in deinem Herzen sei, und du sprechest: „Es naht das siebente Jahr, das Erlaßjahr", so daß du deinen dürftigen Bruder übel ansehest und.ihm nicht gebest; denn er würde über dich zum Herrn schreien, und du würdest eine Sünde auf dir haben. Geben sollst du ihm, und es soll dfein Herz nicht verdrießen, wenn du ihm gibst; denn um deswillen segnet dich der Ewige, dein Gott, in all deinem Werke und in allem, was deine Hand unternimmt. Denn es wird nicht an Dürftigen fehlen im Lande; darum gebiete ich dir und spreche: Auftun sollst du deine Hand deinem Bruder, dem Armen und Dürftigen in deinem Lande. J e s a i a 40,1—8. Tröstet, tröstet mein Volk!-spricht euer Gott. Redet Jerusalem zu Herzen und verkündet ihm, ,daß sein Dienst zu Ende, daß seine Schuld gesühnt ist; denn es hat das Zwiefache empfangen aus der Hand des Herrn für alle seine Sünden. Eine Stimme ruft: Bahnet in der Wüste einen Weg dem Herrn, bereitet in der Steppe eine Straße für unsern Gott! Jedes Tal erhebe sich, jeder Berg und Hügel senke sich; die Erhöhung werde zur Fläche, und was abschüssig ist, zur Ebene. Es offenbart sich die Herrlichkeit des Herrn, und schauen wird sie alles Fleisch zumal; dieweil der Mund des Herrn geredet hat. Eine Stimme ruft: Verkünde! Er spricht: Was soll ich verkünden? Alles Fleisch ist Gras, und alle seine Anmut ist wie die Blume des Feldes. Gras verdorrt, die Blume welkt, so der Hauch des Herrn sie angeweht hat; ja fürwahr, Gras ist das Volk. Gras verdorrt, die Blume welkt; aber das Wort unseres Gottes besteht in Ewigkeit. J e s aia 49, 14. 15. Aber Zion spricht: Der Ewige hat mich verlassen, mein Gott hat meiner vergessen. Känn auch ein Weib ihres Säuglings vergessen, daß sie sich nicht erbarme ihres leiblichen Kindes? Und öb sie auch seiner vergäße, so will ich doch dein nicht vergessen. J e s a i a 50,4—9. Gott, der Herr, gab mir «eine geübte Zunge, daß ich wisse den Müflen zu stärken mit dem Worte; er erweckt mich jeden Morgen, er weckt mir das Ohr, daß ich höre wie ein Jünger. Gott, der Herr, hat mir das Ohr geöffnet, und ich widerstrebte nicht, trete nicht zurück. Meinen Rücken bot ich denen dar, die mich schlugen, und meine Wange denen, die mich rauften; mein Angesicht verbarg ich nicht vor der Schmähung, noch vor denen, die mich anspuckten. Gott, der Herr, wird mir helfen; darum schäm' ich mich nicht; darum mach' ich mein Angesicht einem Kieselsteine gleich; ich weiß, daß ich nicht zu schänden werde. Nahe ist, der mir Recht verschafft; wer will mit mir hadern? Laßt uns zusammen hintreten; wer ist mein Widersacher? Er komjtne zu mir heran! Siehe, Gott, der Herr, hilft mir; wer ist, der mich verdammen will? Jesaia 51*1—3. Höret mir zu, die ihr der Gerechtigkeit nachjagt, ihr, die ihr den Herrn suchet! Schaut auf den Felsen, aus dem ihr hergeleitet, auf den Born, dem ihr entsprungen seid! Schaut auf Abraham, euren Vater, und auf Sara, die euch geboren hat! Denn da er noch einzeln war, berief ich ihn, daß ich ihn segne und vermehre. Fürwahr der Ewige tröstet Zion, er tröstet alle seine Trümmer; einem Eden macht er seine Wüste gleich, einem Garten Gottes seine Einöde; Wonne und Freude wird darin vernommen, Dank und Stimmt des Lobgesangs. Jesaia 54,11—14. Du Arme, Bestürmte, die nicht getröstet ward! siehe, ich lege in Bleiglanz deine Steine und gründe dich mit Saphiren. Ich mache deine Zinnen aus Rubin, deine Tore aus Karfunkelsteinen und deine ganze Umgrenzung aus Edelsteinen. Und alle deine Kinder sind Jünger des Herrn, und groß ist deiner Kinder Heil. Durch Gerechtigkeit wirst du aufgerichtet. Denke nicht an Bedrükkung, denn du hast nichts zu fürchten; nicht an Schrecken, denn er naht dir nicht. Siehe, wenn man sich gegen dich zusammenrottet, so ist es nicht von mir; und wer sich auch wider dich rottet, wird vor dir fallen. Jesaia 55,6. 7. Suchet den Herrn, da er sich finden läßt, rufet ihn an, da er nahe ist. Der Frevler verlasse seinen Weg, der Übeltäter seine Gedanken; er bekehre sich zu dem Herrn, daß er sich seiner erbarme, und zu unserem Gotte, denn er ist reich an Vergebung. Aus dem Talmud. Tanith Fol. 10 a. Mischna. Am dritten Macheschwan beginnt man im Hauptgebet um Regen zu bitten. Rabbi Gamaliel sagte : am siebenten dieses Monats, fünfzehn Tage nach dem Laubhüttenfeste, damit auch der letzte Wallfahrer den Euphat erreichen könnte. Gemara. Rabbi Eleasar sagte, die Halacha (Entscheidung) ist wie Rabbi Gamaliel. Es wird gelehrt: Chananja sprach: Außerhalb Palästinas beginnt män erst am sechzigsten Tage der Jahreszeit um Regen zu beten. Rabbi Hono ben Chija sagte im Namen Samuels, die Entscheidung ist nach der Ansicht Chananjas. Man fragte: Ist der sechzigste Tag in den sechzig Tagen einbegriffen oder nicht? Komm und höre. Rab sprach, der sechzigste Tag sei nicht einbegriffen. Rabbi Nachman ben Jizchak sprach: Man kann sich dieses am folgenden merken: Rab lebte in dem höher gelegenen Palästina, das des Wassers bedarf, Samuel aber in dem tiefer liegenden Babylonien, das das Was-

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