Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 1919
- Issue
- Heft 3 (September 1919)
- Date
- 1919-09-01
- Page
- Seite 14 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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seiner Brüder verzagt werde wie sein Herz!" Wenn aber die Vorsteher zum Volke geredet haben, sollen die Heerführer Musterung halten än der Spitze des Volkes. Wenn du eine Stadt belagerst lange Zeit, und du wider sie streitest, um sie einzunehmen, so sollst du ihre Bäutne nicht verderben und die Axt nicht wider dieselben erheben; denn du kannst von ihnen essen und sollst sie also nicht umhauen. Für den Menschen ist der Baum des Feldes; er darf dir nicht zur Belagerung dienen. Nur einen solchen Baum, von dem du weißt, daß er kein Fruchtbaum ist, darfst du verderben und umhauen, um Belagerungswerke zu bauen wider die Stadt, die Krieg mit dir führt, bis sie gefallen ist. Auerbach, Seite 161, Deut. 21, 18—21. Wenn ein Mann einen ausgearteten und widerspenstigen Sohn hat, welcher der Stimme seines Vaters und der Stimme seiner Mutter nicht gehorcht, und sie haben ihn gezüchtigt, aber er gehorcht ihnen dennoch nicht, so sollen sein .Vater und seine Mutter ihn ergreifen und hinausführen zu den Ältesten seiner Stadt, in das Tor seines Ortes, und sollen sprechen zu den Ältesten seiner Stadt: „Dieser unser Sohh ist ausgeartet und widerspenstig, er gehorcht nicht unserer Stimme, er ist ein Schlemmer und Säufer." Dann sollen ihn steinigen alle Leute seiner Stadt, daß er sterbe. So sollst du das Böse wegschaffen aus deiner Mitte, und ganz Israel soll es hören und sich fürchten. Auerbach, Seite 162, Deut. 22, 6—7. Wenn du ein Vogelnest triffst auf dem Wege, auf irgend einem Baume oder auf der Erde, und es sind Küchlein oder Eier darin, und die.Mutter sitzt auf den Jungen oder auf den Eiern, so sollst du nicht die Mutter samt den Jungen nehmen. Die Mutter sollst du freilassen, und die Jungen magst du dir nehmen; damit es dir wohlergehe und du lange lebest. Auerbach, Seite 162, D e u t. 23, 8. Du sollst den Edomiten nicht verabscheuep, denn er ist dein Bruder; du sollst den Ägypter nicht verabscheuen, denn Fremdling bist du in seinem Lande gewesen. Auerbach, Seite 162, Deut. 23, 16—17. Einen Knecht, der sich zu dir rettet vor seinem Herrn, sollst du seinem Herrn nicht ausliefern. Er soll bei dir in deiner Mitte wohnen, an dem Orte, den er wählt in einem deiner Tore, wo es ihm gefällt; du sollst ihn nicht bedrücken. Auerbach, Seite 162/3, Deu t. 23, 20—26. Du sollst von deinem Bruder keinen Zins nehmen, keinen Zins an Geld, keinen Zins an Speise und keinen Zins von irgend etwas, das verzinst werden kann. Von dem Ausländer magst du Zins nehmen, aber von deinem Bruder sollst du keinen Zins nehmen, auf daß dich segnen möge der Ewige, dein Gott, in jeglichem Unternehmen deiner Hand, in dem Lande, in welches du kommst um es einzunehmen. Wenn du ein Gelübde tust dem Ewigen, deinem Gotte, so säume nicht, es zu erfüllen; denn der Ewige, dein Gott, wird es von dir fordern, und dann wird eine Sünde an dir sein. Was aus deinen Lippen hervorgegangen, sollst du beobachten, daß du tuest, wie du freiwillig gelobt hast dem Ewigen, deinem Gotte, was du nämlich ausgesprochen hast mit deinem Munde. Wenn du in den Weinberg deines Nächsten kommst, so magst du Trauben essen nach deiner Lust, bis du satt bist; aber in dein Gefäß sollst du keine tun. Wenn du in das Saatfeld deines Nächsten kommst, so magst du Ähren pflücken mit deiner Hand, aber die Sichel darfst du nicht schwingen über die Saat deines Nächsten. Auerbach, Seite 163, Deut. 24, 6, 10—13. Man soll nicht die Mühle oder den Mühlstein pfänden, denn (wer solches tut) pfändet das Leben. Wenn du deinem Nächsten irgend ein Darlehn gibst, so sollst du nicht in sein Haus kommen, um ihm ein Pfand abzunehmen. Draußen sollst du stehen bleiben, und der Mann, dem du leihest, soll dir das Pfand herausbringen.* Wenn er aber ein armer Mann ist, so sollst du dich nicht niederlegen mit seinem Pfände. Du sollst ihm das Pfand zurückgeben, wenn die Sonne untergeht, daß er in seinem Gewände liege und dich segne; solches wird dir als Frömmigkeit gelten vor dem Ewigen, deinem Gotte. Auerbach, Seite 163, Deut. 24, 17—22. Du sollst das Recht des Fremdlings und der Waise nicht beugen; du sollst das Kleid der Witwe nicht zum Pfände nehmen. Du sollst gedenken, daß du Knecht warst im Lande Ägypten und daß der Ewige, dein Gott, dich von dort erlöst hat; darum gebiete ich dir, solches zu tun. Wenn du erntest in deinem Felde und vergissest eine Garbe auf dem Felde, so sollst du nicht zurückkehren, um sie zu holen; dem Fremdling, der Waise und der Witwe soll sie (überlassen) bleiben, auf daß dich segne der Ewige, dein Gott, in allem Werke deiner Hände. Wenn du deine Oliven abschlägst, so sollst du nicht nachher die Äste durchsuchen; dem Fremdling, der Waise und der Witwe soll solches (überlassen) bleiben. Wenn du Lese hälst in deinem Weinberge, so sollst du keine Nachlese anstellen; dem Fremdlinge, der Waise und der Witwe soll solches (überlassen) bleiben. Du sollst gedenken, daß du Knecht warst im Lande Ägypten; darum gebiete ich dir, solches zu tun. Auerbach, Seite 167, Deut. 30, 1—4. Es wird aber geschehen, wenn über dich kommt alles dieses, der Segen und der Fluch, den ich dir vorgelegt habe; wenn du es dir dann zu Herzen nimmst unter allen Völkern, unter die der Ewige, dein Gott, dich verstoßen hat; wenn du zurückkehrest zu dem Ewigen, deinem Gotte, und seiner Stimme gehorchest, ganz so wie ich dir Heute ge-