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Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands · 1919-08-01 · Heft 2 (August 1919) · p. Seite 7

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Journal
Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands
Volume
1919
Issue
Heft 2 (August 1919)
Date
1919-08-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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7 Ewige, dein Gott, dich an Menge den Sternen des Himmels gleich gemacht. Jesaia 1,11—20. A. S. 1/2 Was soll mir denn die Menge eurer Opfer? spricht der Herr. Ich bin satt der Brandopfer von Widdern und des Fettes vom Mastvieh; das Blut der Stiere, der Lämmer und der Böcke begehr* ich nicht. Wenn ihr kommet, um vor meinem Angesichte zu erscheinen; wer fordert dieses denn von euch, daß ihr in meinen Vorhöfen herumtretet? Bringt mir keine nichtigen Gaben mehr! Ein Greuel ist mir dies Räucherwerk; Neumond, Sabbath und Festversammlung —, sündliches Leben und festliche Feier ma£ ich nicht. Eure Neumonde und eure Feste hasset meine Seele; sie sind mir zur Last; ich bin endlich müde, sie zu ertragen. Und wenn ihr eure Hände ausbreitet, so wende ich meine Augen von euch ab; wie viel ihr auch betet —, ich hör' es nicht. Eure Hände sind des Blutes voll. Waschet euch, reinigt euch, schaffet eure bösen Taten vor meinen Augen weg, höret auf zu freveln! Lernet Gutes tun, trachtet nach Gerechtigkeit, nehmt euch des Unterdrückten an, schaffet der Waise Recht, führet die Sache der Witwe! Kommt doch, laßt uns rechten! spricht der Herr. Wenn eure Sünden auch wie Scharlach sind, so sollen sie doch weiß wie Schnee erscheinen; und wenn sie rot wie Purpur wären, so sollen sie wie Wolle werden. Wenn ihr willig seid und gehorchet, so werdet ihr den Segen des Landes genießen. Widerstrebt ihr aber und seid ungehorsam, so werdet ihr vom Schwerte völlig aufgerieben; denn der Mund des Ewigen hat es gesprochen. Aus dem Zionslied von Jehuda Halevi, übersetzt von Rappoport. Zion! hörst Du den Gruß nicht Deiner Lieben, Der schwertgefesselten, die Dir geblieben? Den Gruß von Ost und West, von Nord und Süd, Der nah und fern lautrauschend Dich umglüht? Und Seelengruß ist ja des Sklaven Hoffen! Entstürzt die Tränenflut ihm frei und offen, Wie Tau auf Hermon fällt, danft mags ihm scheinen, Als dürft' er heiß auf Deinen Bergen weinen. Klagelieder Kap. I, 1—3. A. S. 243 Ach wie liegt sie nun einsam, die Stadt, die einst so volkreich war! Einer Witwe ist sie gleich geworden! Die Herrin der Völker, die Fürstin der Länder ist zinsbar geworden! Sie weinet in der Nacht, Tränen sind auf ihrer Wange; keiner von allen ihren Freunden tröstet sie; ihre Vertrauten sind alle von ihr abgefallen, sind ihre Feinde geworden. Vertrieben ist Juda durch Elend und schweren Dienst; es wohnt unter den Völkern, findet keine Ruhe, alle seihe Verfolger haben es erreicht in der Bedrängnis. Klagelieder Kap. III, 40—42. A. S. 244 Laßt uns unseren Wandel untersuchen und erforschen und uns zum Herrn bekehren! Laßt uns unsere Herzen samt den Händen zu Gott im Himmel erheben! Wir haben gesündigt und waren widerspenstig; darum hast Du nicht .verziehen! K1 a g e 1 i e d e r V, 21. 22. A. S. 245 Führe uns zurück zu Dir, o Herr! Wir wollen uns bekehren; erneue unsere Tage, wie ehedem. Denn wolltest Du uns ganz verworfen haben? Solltest Du allzusehr uns zürnen? Verbands- und Vereinsnachrichten. In diesem Abschnitt soll die vereinstechnische Seite unserer Bewegung zum Wort kommen. Uber das Leben und Wirken der einzelnen Vereine und der Arbeitsgemeinschaft wird Bericht erstattet werden, damit unsere Verbandsvereine in Fühlung miteinander bleiben und aus den Berichten der Brudervereine für sich selbst Anregung und Belehrung schöpfen können. Mögen die in diesem Abschnitt gesammelten Berichte von glücklicher Entwicklung und ernster jüdischer Arbeit Zeugnis ablegen! Tätigkeitsberichte des Jli zu Breslau, Wenn wir im letzten Quartal unsere Tätigkeit weiter auszubauen imstande waren, so verdient den Dank hierfür in erster Reihe unser Herr Rabbiner Dr. Sänger, der sich uns in aufopfernder Weise zur Verfügung gestellt hat. Unter seiner Leitung laufen augenblicklich zwei Kurse. Der erste Kursus, in dem die Geschichte der Juden, insbesondere der deutschen Juden im 19. Jahrhundert zur Behandlung gelangt, hat bisher an 20 Abenden stattgefunden. Die Teilnehmer des hebräischen Kursus kamen bisher I2mal zusammen. Herr Dr. Nellhaus hielt einen Vortragszyklus über „Das Judentum im Lichte des Prophetismus" ab und suchte die Teilnehmer in diesen Veranstaltungen in das Wesen des jüdischen liberalen Prophetismus einzuweihen. Unter der Leitung unseres ersten Vorsitzenden Dr. Albert Wolf findet augenblicklich noch ein vierter Kursus statt, der geeignete Mitglieder mit der Theorie des liberalen Judentums bekannt machen und sie hierdurch zu Führern unserer Bewegung heranbilden soll. Um auch den vielen neu eintretenden Mitgliedern (unsere Mitgliederzahl beträgt jetzt ca. 640) einen Uberblick über unsere Aufgaben und Ziele zu verschaffen, wird allmonatlich eine Mitgliederversammlung besonders für diesen Zweck angesetzt. Im letzten Quartal fanden drei derartige

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