Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 1919
- Issue
- Heft 1 (April 1919)
- Date
- 1919-04-01
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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MITTEILUNGEN. Jüdisch-Liberaler Jugendverein Posen. Der jüdisch-liberale Jugendverein in Posen wurde im ktober 1911 gegründet und begann seine Arbeit mit 3 Mitgliedern, die sich in der Eröffnungsversammlung nfang November 1911 dem Verein anschlössen. Er hatte, o •ie die Schwestervereine Berlin und Breslau, es sich zur aifgabe gestellt, die jüdische Jugend Posens in liberalem eiste religiös erziehen zu helfen und für den alt anestammten Vaterglauben zu begeistern. Durch die satzungsemäße Ausschließung der Zionisten aus dem Verein mußte iieser in den ersten Jahren seines Bestehens mit der zwar icht großen aber um so rührigen zionistischen Ortsgruppe arte Kämpfe bestehen. Religionsgeschichtliche Kurse, )iskussionsabende, Mitgliederversammlungen und öffentliche Vorträge sorgten von Bestehen des Vereins an für ein eges Vereinsleben, so daß es möglich war, die Mitgliederahl nach zweijährigem Bestehen zu verdoppeln. Für das ege Interesse, daß den Vereinsbestrebungen in allen Schichten des liberalen Posener Judentums entgegengebracht wurden, waren stets die festliche Veranstaltungen zu turim und Chanukah ein auch nach außen hin erkennbarer heweis, wo die großen Räume, die Festteilnehmer niemals u fassen vermochten Bei den Mitgliedern zeigte sich für ie Vereinsarbeit volles Verständnis und fleißige Mitarbeit, iie einem recht guten Durchschnittsbesuch der Vereinsamende Ausdruck fand. Der im Jahre 1913 ins Leben gerufene neutrale fugendverein in Posen hatte wegen seiner Farblosigkeit .ind infolge dessen wegen der sich breitmachenden zionistischen Propaganda einen schweren Daseinskampf zu führen und den Krieg nicht überdauern können. Unser Jugendverein hat mit Erfolg sich um die Einführung der zweiten Freitagabend-Gottesdienste in Posen bemüht, und auch sonst allen Gemeindefragen sein Interesse zugewandt, um seine Mitglieder auch über das jüdische Gemeindeleben frühzeitig zu unterrichten, und das Interesse hierfür zu beleben. Der Krieg stellte unseren Verein vor ganz besondere Aufgaben. Es war unserem Jugendverein vorbehalten, die Fürsorge für die jüdischen Soldaten in der Garnison Posen ganz selbständig in der Hand zu nehmen und während der ersten 3 Kriegsjahre insbesondere zu Purim und Chanukah regelmäßig weit über 2 \ - festlich zu bewirten. Erst im 4. Kriegsjahre ist Wirkung unseres Vereins diese Aufgabe von der Gemeinde übernommen worden. Obwohl nnsere gesamten männlichen Mitgli 80 an der Zahl zum Heeresdienst eingezogen wa das Vereinsleben nicht still. Die weiblichen des Vereins waren bemüht, die Kurse fortzuführen, die regelmäßige Versendung von Liebesgaben ai glieder, die im Felde standen, den Zusammenhang; Verein aufrecht zu erhalten. In den letzten beid jähren gehörten die öffentlichen Sonntags-Nacl träge, die wir einmal monatlich über religiöse Tl unseren besten auswärtigen liberalen Rabbinern har mit zu unserer Vereinstätigkeit, die in den liberal Posens allseitig Anerkennung fand. Die Vorträge v mehreren 100 Personen regelmäßig besucht. Diel regelmäßiger Bibelkurse und solcher über jüdische T hielt das Interesse unserer Mitglieder an dem Ve auch während des Krieges wach, so daß der Ve auf eine Mitgliederzahl von 235 es bringen k bleibt die politische Entwicklung urserer Provinz; da von ihr die Weiterentwickelung des Verei Gestaltung seiner Aufgaben für die Zukunft abh An dem Willen der Mitglieder im jüdisch-libe: weiter wie bisher zu arbeiten, wird es niemals f< \ Einiges über unsere „Iii" Grij Vom J.L.J. Ratibor. Nun haben auch wir unsern „Iii". Ganz ich berichten, wie es dazu kam. Wir hatten zunä einen lockeren Zusammenschluss jüdischer, nich gesinnter Jugend, die vorerst unter gleicher I zusammengefunden hatte, um zu arbeiten. Als Fi wir uns unseren Rabbiner,Herrn Dr. Dienern an n, der die . tiefen grossen Gedanken der Bibel auf üb« unserm Verständnis zugänglich machen sollte. All c entscheidenden politischen Ereignisse konnten hindern, unsere Gedanken auf die hohen Ideen de denen - ■ in der Bit>el auf Schritt und Tritt beg sa Aber bald konnte der lose Zusammensc i ügen. Als wir sahen, dass der Kreis u